Pflegestellen erzählen...

Wie die Überschrift lautet, möchten wir ihnen zeigen, wie wichtig es ist Pflegestelle zu sein.

Jede Pflegestelle hat seine eigenen Erfahrungen gemacht und wir möchten ihnen einen Eindruck davon vermitteln.Sie werden erfahren, wie es sich anfühlt, einem Hund ein vorrübergehendes Zuhause auf Zeit zu schenken. Für die Hunde ist es ein Geschenk, ein Mal erfahren zu dürfen, was Achtung und Liebe bedeuten.

Vielleicht können Sie aus dem hier Geschriebenen etwas lernen, haben Freude am Lesen oder es erleichtert ihnen die Entscheidung, aktiv als Pflegefamilie mithelfen zu wollen.

Pflegstelle zu sein ist eine Herausforderung, aber auch ein Geschenk. Es kann aber auch passieren, das sie als Pflegstelle ein Hund bekommen, welcher in ihr Beuteschema passt. Da laufen sie Gefahr, dass ihr Pflegehund für immer bleiben darf. Dann spricht man von Pflegestelle mit Bleibeoption.

Sie möchten, das wir auch ihre Erfahrungen als Pflegestelle veröffentlichen?
Was ist wichtig?
Eine Überarbeitung des Textes wird nur auf Ihren ausdrücklichen Wunsch hin vorgenommen.
Das uns zugesandte Fotomaterial sollte die Copyright Rechte Dritter nicht verletzen.
Fotos sollten nicht kleiner als 500 Pixel (JPEGDateiaustauschformat) sein.
Schreiben Sie uns: info@leid-der-vermehrerhunde.de

Was bedeutet es Pflegestelle zu sein?

Pflegestelle zu sein bedeutet nicht gleich Erfolg zu haben.
Erfolg wird nicht daran gemessen,
-dass man jede Menge Zeitaufbringen kann,
-dass man „das bisschen Hund schon händeln kann“
-dass man über 20 Jahre lang Hunde führt und sowieso alles klar ist, klar hinsichtlich jede Menge Erfahrung und ein gutes Händchen zu haben scheint.
Mit jedem Pflegehund startet die Pflegestelle in ein Abenteuer.Wie das Wort schon sagt „Abenteuer“, eine Reise die sowohl positive als auch negative Erfahrungen in sich bergen.

Abgabehunde
Es gibt sie, die ganz lieben gut sozialisierten immer fröhlichen Abgabehunde, so werden sie zumindest oft an die Tierschützer weiter gereicht.
Die„Null-Problemo“ Hunde.
Kaum sind sie aber da, zack schon gibt es Ärger. Ärger den man ja so überhaupt erwartet hat.
Da muss Frau/Mann schon ein wirklich guter Rudelführer und seiner damit einhergehenden Führungsposition sicher sein.
Wenn ich 20 Jahre oder mehr immer nur liebreizende Hunde hatte, stehe ich vor meinem ersten Problem, wie händel ich diese oder jene Situation.
Da hilft sicher der Austausch mit „Leidensgefährten“, hat aber auch manchmal den Nachteil, 15 Leute „ergibt“ 84 unterschiedliche Auffassungen und die dazugehörigen Meinungen.

Mein erster Weg, sofort ab in die Hundeschule, den Hund einschätzen lassen und gleich mit dem Training beginnen. Die Probleme werden sicher bleiben, aber man ist eine Zeitlang doch von der eigenen Angst und dem Unvermögen abgelenkt.
Es wird, wie schon geschrieben ein Abenteuer, Adrenalin pur.
Es macht Spaß, man wächst mit seinen Aufgaben und der Tierschutzverein steht ja hinter mir, wenn alle erdenklichen Lösungen scheitern.
Um Hilfe bitten und Hilfe annehmen ist ein guter Weg zum langfristigen Erfolg.

Ehemalige Vermehrerzuchthündinnen
Da sind meine Kernaussagen gleich, bis auf die Tatsache, dass hier noch eine Unbekannte ins Spiel kommt.
Je nach Haltung der Hündin kommt ein „großer Welpe“ ins Haus. Ein Welpe der das „Draußen“ nicht kennt, ein Welpe der oftmals Gewalt ausgesetzt war und sicheine Schutz-Mauer aufgebaut hat.

Hier hilft oftmals seinem Instinkt zu folgen, Situationen einschätzen zu lernen und hier auch wieder erfahrene Pflegestellen um Mithilfe bitten. Es würde Seiten füllen was evtl. kommen könnte.
Ich würde immer auf die Unterstützung aufbauen und es ist mir auch egal wenn ich nerve. Das ganze Paket „wie schaffe ich eine ehemalige Vermehrerzuchthündin auf den Weg zu bringen“ kann eine unerfahrene Pflegestelle nicht wuppen,vorausgesetzt sie ist ein Naturtalent.

Es reicht nicht aus, zu sagen „ich traue mich, ich schaffe das, ich bin geeignet“. ABER,wenn man einen Pflegehund erfolgreich in seine Familie begleitet hat und weitermachen möchte, sollte aber auch mit Misserfolgen, wie z.B, der Hund muss umgesetzt werden, weil dieses oder jenes nicht passte, der Hund sich in dem vorhandenen Rudel nicht wohl fühlte, auf jeden Fall rechnen.
Diese Rückschläge muss man verarbeiten und auch damit umgehen können. Dann klappt es auch mit dem nächsten oder vielleicht übernächsten Pflegehund.
Vorsicht, bei Hunden die ins Beuteschema passen, die laufen gerne der Gefahr aus, dass sie für immer bleiben.
Es ist schön, einem oder auch mehreren Pflegehunden zurück ins Leben zu begleiten, aber auch eine kleine Auszeit zwischendurch ist wichtig. Die Pause macht Lust und Sehnsucht auf mehr und Kräfte sammeln ist ja auch nicht unbedeutend.
Wir haben unsere Entscheidung als Pflegestelle tätig zu sein, keinen einzigen Tag bereut, auch meine Familie nicht.

copyright © 2009 by J.Regenbrecht

Wieso wurden wir Pflegestelle für einen Tierschutzverein?

Zunächst wuchs in uns der Wunsch, einem Tierschutzhund ein Zuhause zu geben. Als wir „unseren“ Hund bei der Sendung "Tiere suchen ein Zuhause" entdeckten, bewarben wir uns bei der Tierschutzorganisation, die ihn aufgenommen hatte. Ein paar Tage später erhielten wir einen Anruf, dass die Hündin schon so gut wie vermittelt sei. Was nun? Natürlich waren wir enttäuscht, denn wir hatten uns ja in DIESEN Hund verliebt und ein anderer kam zu diesem Zeitpunkt für uns nicht in Frage.

Dann kam die Frage, "wie wäre es denn, Pflegestelle zu werden"? Darüber mussten wir erst in Ruhe nachdenken und eine Nacht darüber schlafen. Dann stand unsere Entscheidung fest: Wir wollten helfen und hätten so die Möglichkeit, den für uns passenden Hund zu finden.

Was ist daraus geworden?

Wir sind jetzt seit mehr als einem Jahr Pflegestelle, seit einem halben Jahr bei Retriever und Freunde e.V. Aus unserem Labbiduo ist mittlerweile ein Labbiquartett geworden.

Pflegestelle zu sein, ist eine wunderschöne aber auch sehr verantwortungsvolle Aufgabe. Es erfordert viel Zeit, Geduld und Verständis für die Vergangenheit des Hundes. Wir haben unsere Entscheidung keinen einzigen Tag bereut. Es ist nicht immer leicht, es gibt manchmal auch Rückschritte, aber den Dank, den man von diesen bezaubernden Fellnasen in Form von Vertrauen, wiedergewonnener Lebensfreude und kleinen Fortschritten zurückbekommt, ist mehr als Belohnung genug.

Mit jedem Pflegehund lernen wir, und auch unsere eigenen Hunde, immer wieder dazu. Pflegestelle zu sein, ist für uns zu einer Lebensaufgabe geworden, mit der wir stetig wachsen. Jeder Pflegehund ist anders. Der eine ist ängstlich und scheu, der andere aufgeschlossen und neugierig. Es sind ganz verschiedene Charaktere mit ihren Besonderheiten. Aber genau darum lieben wir diese Tierschutzhunde. Sie sind etwas ganz besonderes, einfach einzigartig.

Wir werden immer wieder von Herzen gerne ein Körbchen für einen Schützling der uns braucht bereitstellen.

copyright © 2010 by Y.Russ


Webdesign © 2013 www.fotoandweb.de