Tagebuch einer ehemaligen Zuchthündin

(Verfasser: Molly's Pflegestelle)

10.11.2009

Heute zog Molly bei uns ein. Völlig entkräftet und in einem schlechten Zustand. Molly wurde uns als ehemalige 3-jährige Labrador-Zuchthündin angekündigt.
Nun ist sie hier, eine ca. 7-8 jährige Golden-Retreiver-Hündin.

Als ich sie sah, konnte ich nur ungefähr erahnen, was sie durchgemacht hat und wie man mit ihr umgegangen ist. Ihr Körper, ihr allgemeiner Zustand hat nichts mehr einer 7-8-jährigen Golden-Hündin zu tun, die wir auf unseren Straßen, glücklich und zufrieden mit ihren Menschen antreffen. Furchtbar dünn, bis auf die Rippen abgemagert. Das Gesäuge hängt sehr stark und recht schnell fand ich einen recht großen Tumor an einer ihrer Zitzen. Beide Augen stark entzündet und deren Behandlung war sicher kein Thema für den "Züchter".
Nein, fressen mochte sie nicht, sie wandert lieber durch die Zimmer und hat leider einen Zwingerkoller (ständiges im Kreis laufen).

Trotzdem ist Molly ist eine offene und freundliche Hündin, die sofort auf jedes Familienmitglied zugeht, aber bitte nicht angefasst werden möchte. Sie hat Angst vor unseren Händen.

Nun ist sie endlich zur Ruhe gekommen. Wir haben gleich die Gelegenheit genutzt und sie vorsichtig gebadet, der alte Mief muss runter und das wärmende Wasser tut ihr einfach nur gut. Sie genießt es und bekommt gar nicht genug von den Zuwendungen und dem warmen Wasser. Jetzt aber schnell abtrocknen, gut einpacken damit ihr dünner Körper nicht friert und ausgekühlt und sorgsam auf ihr Fell legen. Leider ist das Abtrocknen nicht wirklich prickelnd, jedenfalls für uns nicht.

Molly hat schleimigen, blutigen Ausfluss. Der Tierarzt wird eine Menge zu tun und zu kontrollieren haben. Hoffentlich hat sie keine ernsthafte Erkrankung, wir können jetzt nur noch auf morgen warten, beten und bangen.

Kleine Molly, auf deinem kuscheligen Platz in der Nähe vom Kaminofen wirst du sicher gut schlafen. Ruhe dich aus, morgen ist ein anderer Tag. Dein neues Leben beginnt und wir sind hier alle gespannt wie es mit dir weiter geht.

Zum Vergrößern, die Bilder anklicken!

11.11.2009

Heute Morgen haben wir Molly ins Auto getragen und sind mit ihr zum Tierarzt zur ersten großen Begutachtung gefahren. Wie wir schon vermutet haben, ist die vorläufige Diagnose niederschmetternd.

Nun werden wir Molly verwöhnen. Kohlenhydrate in kleinen Portionen auf den ganzen Tag verteilt, sie braucht jetzt Kraft und muss unbedingt zunehmen, dennoch ganz langsam. Wir füttern Molly aus der Hand. Die Hand darf sie nicht mehr erschrecken, die Hand wird nunmehr nur noch gut und lieb für sie bedeuten. Wir haben uns auf eine ruhige Nacht eingestellt. Molly war müde und sie hat ja auch jede Menge Schlaf nachzuholen.
Irgendwann ging ihr Kreislauf rapide in den Keller, so dass wir den Tierarzt rufen mussten. Eine Infusion stabilisiert ihren Kreislauf, Blut wurde entnommen um auch sicher zu gehen, was ihrem Körper noch zusätzlich schaden wollte.
Heute hat sie tagsüber gut geschlafen. Am Nachmittag habe ich ihr die zweite Infusion angehängt.

12.11.2009

Heute fing der Tag für Molly mit der nächsten Infusion an, die sie sich ohne Probleme anhängen ließ. Sie schläft immer noch sehr viel, sie ist noch sehr schwach. Trotz der Infusion stabilisiert sich ihr Kreislauf nur bedingt. Da ist ein Feind, den wir noch nicht kennen.
Am frühen Nachmittag dann de Anruf vom TA, Molly muss sofort in die Klinik gebracht und gleich morgen operiert werden.
Der Grund, es lag ja schon in der Luft, ja sie hat eine Gebährmutterentzündung.
Die Werte verlangen eine sofortige Operation, sonst verlieren wir sie. Da Molly schon an inneren Blutungen leidet brauchen wir einen hundischen Blutspender. Wir haben gleich unseren lieben Ben geschnappt und ab in die Tierklinik.
Nun sind sie beide in der Klinik, der edle Spender Ben, der sich von dieser Anstrengung erholen muss und Molly, die um ihr Leben kämpft. Bens Blut wird ihr Kraft und neues Leben geben.
Wir sind so stolz auf unseren Ben, ein schönes Gefühl einen hundischen Lebensretter zu kennen und zu lieben.

13.11.2009

Molly hat die Operation gut überstanden. Sie liegt noch in der Klinik und erholt sich und schläft ihren Narkose-Rausch aus.
Dieser Vormittag wird uns noch lange in Erinnerung bleiben. Nichts klappt, du gehst durch das Haus, auf die Terrasse eine rauchen, zurück ins Haus. Vielleicht Hausputz machen, damit die Zeit rumgeht. Viele Schritte, nicht wirklich irgendwas auf die Reihe bekommen. Das Telefon wird alle paar Minuten angestarrt, klingle doch endlich.
Die erlösende Nachricht ist da, alle Freunde sind informiert und nun hoffen wir, dass wir die Maus heute Abend nach Hause holen können. Wir werden sie abwechselnd gesund streicheln. Für heute war es erst einmal genug. Morgen werde ich genau wissen, was sie hatte und werde euch allen berichten. Bis morgen also...
das "Pflegeteam" und unser "Hero" Ben

14.11.2009

Molly durfte gestern Abend nun doch noch nicht die Klinik verlassen. Sie war nicht stabil genug und sie musste unter ärztlicher Obhut eine weitere Nacht ohne uns auskommen. Ich habe sie aber nach meiner Spätschicht besucht, durfte sie ein wenig streicheln und ihr Mut zusprechen. Ob sie von meiner Anwesenheit etwas mitbekommen hat, ich hoffe doch, obwohl sie sehr tief geschlafen hat.


DieGebährmutter war stark verändert (Tumore, Zysten, Einblutungen) unddieser Zustand war verantwortlich dafür, dass Molly sich in Lebensgefahrbefand.

Die entfernte Gebärmutter - Zum vergrößern, das Bild anklicken!


Gesäugezitze stark vergrößert - Wie viele Welpen wurden hier versorgt???
Zum vergrößern, die Bilder anklicken!
Dennoch, verlief die eigentliche Operation ohne Komplikationen. Molly's schlechter Allgemeinzustand vor der OP ist dafür verantwortlich, dass sie auch jetzt nach der OP, noch große Probleme hat. Heute Morgen der Anruf vom Tierarzt. Molly braucht eine weitere Blutspende, irgendwie stabilisert sich ihr Zustand nicht wirklich.
Gesagt, getan, wozu hat man Freunde. Ben hatte ja schon „alles“ gegeben, nun musste Cosmo, ein Golden Retriever Rüde meiner Freundin als Blutspender einspringen. Die Blutspende hat ihr ein wenig Kraft gegeben und gegen Mittag durften wir Molly abholen.
Ihr Zustand zwar immer noch unbefriedigend, in der häuslichen Umgebung wird Molly sich vielleicht doch besser erholen können. Hier wird sie mit menschlicher Wärme auf den Weg gebracht.

Wir hoffen, dass sie sich nun bald erholt, es wird aber noch einige Tage dauern bis wir wirkliche „Entwarnung“ geben können. Nein, sie ist immer noch nicht über dem Berg.

15.11.2009

Die Nacht war ruhig, Molly schläft fast ununterbrochen. Sie frisst aber schon, war auch schon im Garten und hat sich gelöst. Alles sehr langsam, mühselig aber ein Funken Hoffnung ist da. Heute Mittag kommt der TA zur weiteren Kontrolle und ich vermute, dass sie heute noch mal eine Infusion benötigt. Später mehr….
Da Molly seit heute Mittag nun endlich selbständig trinkt, braucht sie laut TA keine Infusion mehr. Was ihm sehr wichtig ist, Molly steht nun selbstständig auf und geht mit den Garten um sich zu lösen.
Appetit bekommt Molly auch immer mehr, allerdings ist sie eine Feinschmeckerin. Sie trennt fein säuberlich das Putenfleisch vom Kartoffelbrei, was für eine feine Dame. Kartoffelbrei ist nichts für ihre feinen Geschmacksinne, wir werden den Kartoffelbrei durch andere Köstlichkeiten ersetzen. Ein gutes Zeichen finde ich, denn jetzt zeigt sie uns schon, dass sie nicht alles was wir ihr anbieten, für gut befindet.
Leider konnte sie heute Nacht das Wasser nicht halten. Sie hat so tief und fest geschlafen, dass sie es sicher erst gar nicht bemerkt hat. Aber auch da ist der TA zuversichtlich, sie hat so viele Infusionen bekommen, und irgendwie, muss das Zeugs ja auch wieder raus. In ein paar Tagen wird das sicher auch kein Thema mehr sein.

16.11.2009

Heute Morgen ist Molly einige wenige Schritte im Garten gelaufen, ihr Kreislauf muss sich noch weiter stabilisieren und so wird es von Tag zu Tag bestimmt besser. Unser Tierarzt war gerade zur Hausvisite, um nach Molly zu schauen. Ihr Zustand ist laut TA stabil, sie macht allerdings nur kleine Fortschritte, aber nicht mehr besorgniserregend. Allerdings, wenn in den kommenden Tagen keine weiteren Fortschritte zu vermelden sind, wird eine weitere Blutentnahme anstehen.
Vielleicht benötigt sie ein weiteres Mal Unterstützung in Form von einer Blutspende, hoffen aber darauf, dass ihre Selbstheilungskräfte schon am Werk sind. Molly gibt das Tempo vor und wir lassen sie schlafen und ausruhen. Jede Stunde die sie im Land der Träume verbringt wird sie ihrem Ziel, wieder eine gesunde Hündin zu sein, ein Stück näher kommen.
Molly fühlt sich sehr wohl inmitten von Ben und Bille.
Ein gutes Team, meine beiden nehmen sehr viel Rücksicht und Molly sucht, wenn sie mal nicht schläft, ihre Nähe.
Sie steht auch unter Beobachtung, insbesondere unser Ben hat ein wachsames Auge auf Molly geworfen. So langsam kann sich auch Mensch ein wenig entspannen und loslassen. Die letzten Tage waren doch sehr anstrengend, die Sorgen um Molly standen im Vordergrund, nun geht es weiter, mit Hoffnung Mut und Freude.

17.11.2009

Für die kommenden Nächte werden wir Menschen den Wecker, im 2-3 Stundentakt stellen, denn die letzte Nacht war recht anstrengend, aber nichts was wir nicht hinbekommen. Molly schläft so fest, dass sie wahrscheinlich zu spät merkt, dass sie sich lösen muss. Zudem hat sie ein wenig Durchfall.
Unverändert schläft sie sehr sehr viel und wenn sie ihre Wachphasen hat, gehe ich mit ihr in den Garten und sie bekommt weiterhin immer kleine Mengen zu fressen. Wenn Molly merkt nun ist aber genug zeigt, sie es klar an indem sie sich vor die Terrassentüre stellt. Auch schaut sie sich regelmäßig nach mir um, ob mein Pflegefrauchen auch wirklich kommt? Ein erster Vertrauensbeweis? Es wäre zu schön und macht unsere gemeinsame Zeit leichter und intensiver.
Die Zeiten in der Molly wach ist, werden länger und man merkt ihr deutlich an, dass die Erholungsphase einsetzt. Sie schaut aufmerksam uns Menschen zu und liegt sehr gerne in Ihrer „Höhle“. Sie ist dort sicher und sie fühlt sich dort wohl. Um aber alles genau zu sehen, setzt sie sich auf ihren Popo um ja nichts zu verpassen.
Meine Hunde begrüßen sie am Morgen mit einem Hunde-Schlabber-Gruß, dann geht ihr Propeller. Freundschaft und Vertrauen wird in der kommenden Zeit mehr und mehr wachsen, all das ist die beste Medizin für die kleine Schneekönigin. Sie wird weiterhin Kraft sammeln und wir sind guter Dinge.
In ein paar Tagen wird Molly vielleicht schon das eine oder das andere Mal an unserem Leben teilhaben wollen, bis dahin soll sie sich gesund schlafen und Kraft sammeln.

18.11.2009

Wir haben so gehofft, dass es langsam aber stetig aufwärts geht mit unserer Molly. Heute war ein sehr anstrengender Tag mit vielen Ängsten - ihr Zustand hat sich erneut über Nacht verschlechtert. Sie mag einfach nicht mehr aufstehen, sie mag nichts trinken.
Den ganzen Tag lag sie teilnahmslos in ihrem Nest und die Nahrungsaufnahme verweigert sie auch. Wenn ich sie aufrichte, damit sie sich im Garten lösen kann wirkt ihr Gang sehr verkrampft. Allmählich werden die Sorgen größer und größer, dieser Schritt zurück macht uns sehr zu schaffen.
Molly hat starke Schmerzen, nur so können wir uns erklären, dass sie sich nicht bewegen und aufstehen möchte. Heute Mittag war ich mit ihr kurz im Garten, wir müssen ja auch ihren Kreislauf stabil bekommen, verlor sie mich kurz aus den Augen, geriet in Panik und brach vor der Terrassentüre zusammen.
Sofort riefen wir den TA an, damit sie umgehend ein Mittel für ihre Schmerzen bekommt. Schmerz und Leid hatte sie nun doch wirklich genug in ihrem bisherigen „Leben“ erleiden müssen. Das dürfen wir einfach nicht zulassen.
Der TA entschied sich für Metacam. Die Wirkung setzte auch recht schnell ein und endlich trank sie, zwar blieb sie dabei liegen, aber sie trank.
Ich gebe ihr nun öfters am Tag eine Vitaminpaste und mittels einer großen Spritze Feuchtfutter. Nun waren wir wieder voller Hoffnung, es wird Zeit kleine Molly, einen Schritt nach vorne.
Heute Abend ist ihr Allgemeinzustand recht stabil und wir hoffen, dass sie die Nacht gut schläft und das Schmerzmittel ihr die Erleichterung bringt, die wir uns für sie wünschen.
Bei alle Sorgen, die wir um Molly haben, heute klingelte der Postbote und übergab uns ein Paket für Molly. Eine liebe Freundin hat eigens für Molly eine Ente genäht, ihren Namen aufgestickt. Aber auch viele leckere Sachen, die Molly später genießen kann, füllten den Karton. Molly wird sich bestimmt später mit einem dicken Hundeschlabber persönlich bedanken.

19.11.2009

Wenn wir gestern gewusst hätten, dass Molly heute noch einen weiteren Schritt zurück macht, hätten wir diese Nacht ganz sicher noch schlechter oder gar nicht geschlafen.
Sie stand nicht mehr auf, verweigerte alles was man ihr anbot und wurde immer schwächer. Unser TA untersuchte sie und zum ersten Mal kam uns der Gedanke, ob wir sie evtl. gehen lassen müssen. Wir stellten uns die Frage, will sie überhaupt noch leben, hat sie sich vielleicht schon aufgegeben. Da fließen die Tränen und man ist nur noch verzweifelt.
Der TA nahm nochmals eine Blutprobe, spritzte ihr ein starkes Schmerz- und entzündungshemmendes Mittel. Das Blut musste dahingehend kontrolliert werden, ob sie vielleicht noch mal eine Bluttransfusion braucht.
Molly hat Fieber, wäre sie kräftiger könnten wir dies als gutes Zeichen werten. So aber, geht es um alles oder nichts. So warteten wir bis zum Nachmittag, wir warteten auf die Laborwerte. Sie kennen das, die Zeit bleibt irgendwie stehen, für uns war es die Hölle. Nein Molly, deine Zeit wird noch kommen, aber heute und hier nicht.
Wir haben die Wartezeit mit Molly auf dem Boden liegend verbracht, viele Streicheleinheiten später kam endlich der erlösende Anruf vom TA. Die Werte haben sich gegenüber der letzten Woche erheblich gebessert, sind zwar immer noch nicht gut aber ihr Körper kämpft. Die nächsten Tage wird der TA sie spritzen, damit sie keine Schmerzen hat.
Am frühen Abend ist Molly ein wenig entspannter. Sie trinkt wieder, und ein wenig Feuchtfutter hat sie auch genommen. Nun hoffen wir inständig, dass Molly endlich auf dem Wege der Besserung ist, dass wir nicht schon wieder Rückschläge hinnehmen müssen. Wir verkraften das, aber Molly ist so mager und so verletzlich, unsere Sorge gilt ausschließlich ihr. Morgen ist ein neuer Tag, morgen kämpfen wir weiter, morgen wird es Molly hoffentlich ein Stück besser gehen als heute.
Wir stellen uns natürlich auch die Frage, wie lang kann ein so ausgezehrtes unterernährtes und krankes Golden Mädchen diesen schweren Weg gehen. Es ist erstaunlich und wir schämen uns, wenn wir dieses Geschöpf sehen, viele Jahre Leid liegen hinter ihr. Es ist unglaublich und man kann sich nur vor diesen Mädchen in Demut verneigen.
Wenn sie den Kampf wieder aufnimmt, werden wir sie unterstützen wo es nur geht. Wir sehnen uns den Tag herbei, an dem Viva uns morgens auf ihren eigenen Pfoten entgegen kommt und uns zuversichtlich anschaut und ihre Rute vor Freude wedelt.
Gemeinsam stehen wir das durch, denn sie soll endlich „leben“.

22.11.2009

Nun können wir uns endlich ein wenig zurücklehnen und entspannen. Das hat natürlich auch zur Folge, dass wir nicht mehr täglich berichten werden. Aber wenn wir schreiben, dann hoffentlich nur noch positive Neuigkeiten.
Molly ist stabil und sie entwickelt immer mehr Appetit. Zwar müssen wir ihr hinsichtlich ihrer Trockenfutter-Mahlzeiten entgegenkommen, denn im Augenblick mag sie es nur mit Feuchtfutter. Sie nimmt am Leben teil, sie schläft aber noch sehr viel, ihr Körper wird diese Ruhephasen nutzen, damit die Heilung weiter fortschreitet.

Gestern klingelte wieder der Postbote und brachte für Molly ein großes Paket. Es war gefüllt mit einer wunderschönen Schmusedecke und Leckerlis. Zum anderen fanden wir auch einen kleinen Schutzengel aus Porzellan, der nun über ihrem Nest auf der Fensterbank steht und über sie wachen soll. Heute gab's ein Wellness-Paket.
Ihre Ohren mussten dringend gereinigt werden und die Pfoten waren geschmückt mit langen Haarbüscheln, die wurden gekürzt und nun isse wieder schön.
Ihre Augen haben wir ebenfalls behandelt und auch da haben wir gute Neuigkeiten. Die Entzündung klingt ab und ihr Blick ist auch schon viel klarer.
Während der Wellness-Behandlung hörten wir plötzlich jemanden schnarchen. Molly war so entspannt, dass sie vertrauensvoll eingeschlafen ist und uns musikalisch unterstützt hat, aber zum Supertalent reicht ihr "Gesang" nicht aus.
Zur Belohnung gab es, nachdem sie aufgewacht war, ein Knabber-Stick mit dem sie sich gleich in ihr Nest zurück gezogen hat. Alles aufgefuttert und gleich weiter geschlafen. Unsere Familie freut sich so sehr, dass sie die schwere Zeit überstanden hat.
Der Stress der letzten Tage kann nun endlich auch von uns abfallen und wir genießen die gemeinsame Zeit mit ihr und können uns jeden Tag ein Stück näher kennen lernen.

26.11.2009

Hier im Haus läuft alles sehr entspannt und unsere liebe Molly auch. Sie spürt langsam, dass ihr neues Leben nicht nur ein Traum sondern Wirklichkeit ist. So genießt sie die Wärme, die Geborgenheit und gewinnt immer mehr Vertrauen zu uns.
Sie schläft immer weniger und nimmt an unserem Leben teil und ist mittendrin. Molly überrascht uns von Tag zu Tag und macht rasante Schritte nach vorn.
Sie ist kaum wieder zuerkennen und öffnet sich immer mehr. Sie ist eine freundliche Hündin, die es schaffen kann, ihr altes Leben hinter sich zu lassen, sie braucht Zeit.
Mittlerweile geht sie aus eigenem Antrieb raus in den Garten, erkundet alle verborgenen Ecken und auch in den Räumen unserer Wohnung, geht sie Stück für Stück in unbekannte „Zonen“. Gestern war sie im Flur anzutreffen in Richtung Schlafzimmer.
An der Hundecouch verweilte sie einen Augenblick und bewunderte sie neugierig. Was mag sie nur denken, sie kannte ja nicht viel, Betonboden ein wenig Stroh darüber gestreut und hier ist Luxus angesagt.
Wir sind gespannt, wann sie sich das erste Mal auf der Luxushundewiese nieder lässt. Ihr neues Leben muss für sie das wahre Paradies sein, welches sie festzuhalten scheint, und ihr über alles Vergangene, was man ihr angetan hat, ihr weiter helfen wird.
Heute gehen wir zum TA, heute werden die Fäden gezogen und es wird noch einmal Blut abgenommen. Ich bin zuversichtlich, dass sich die Werte verbessert haben. Die Hämatome bilden sich schon zurück und die Wundheilung verläuft ohne Probleme.
Wir sind glücklich, dass es ihr so gut geht. Das Leben außerhalb unseres Hauses und Garten wird sie nun bald nach und nach kennen lernen dürfen. Jeden Tag ein wenig mehr.

29.11.2009

Nun ist es passiert, Molly hat es geschafft und hat sich vorgestern auf die tolle Luxushundewiese niedergelassen. Wie eine Königin sieht sie aus, sie liegt und sie genießt den Luxus.
Leider hat sich der Hämatokritwert nicht deutlich erhöht. Der Tierarzt hat ihr Mineralien verschrieben. Molly nimmt stetig an Gewicht zu, und die Fäden sind zwischenzeitlich gezogen.
Molly geht es sehr gut und sie entdeckt immer neues, wie z.B. unsere Blumentöpfe, wo sie gerne ihre kleine neugierige Nase reinsteckt.
Einen kleinen Ausflug in den nahe gelegenen Park haben wir hinter uns. Bille hat Molly begleitet, damit sie eine Artgenossin dabei hat die ihr alles zeigen kann. Große Angst hatte sie als ein Auto in unserer Nähe vorbei fuhr. Gut, dass es keine vielbefahrene Gegend ist, so kann Molly sich ganz langsam an diese furchtbaren Dinger gewöhnen. Klar, sie ist außerhalb unseres Grundstücks noch sehr unsicher und heftet sich an meine Fersen. Jeden Tag ein paar Minuten und wir drehen wieder um und gehen wieder zurück in ihren geschützten Raum. Mit dieser Reaktion Unsicherheit und auch Angst mussten wir rechnen, Molly wird es einfach nicht kennen. Dafür wird Molly entlohnt, Rasen unter ihren Pfoten spüren, an den Rosenstöcken schnuppern oder auch dieses oder jenes Geräusch, das die Natur für sie noch bereit hält. Sie wird das schon hinbekommen.
Gestern hatte Molly ihren ersten Krankenbesuch, den sie mit Bravour gemeistert hat. Sie wird auch schon zu fremden Menschen, wenn sie sie nicht bedrängen etwas offener, aber immer noch mit großer Vorsicht. Ihr Vertrauen in uns wird immer deutlicher und sie beginnt eine Bindung aufzubauen. Molly ist einfach ein Schatz.

05.12.2009

Es gibt Neuigkeiten von Molly die einem das Herz aufgehen lassen.
Sie geht mit uns bis zu 15 min. in den Park, wo sie auch schon die ersten Kontakte zu fremden Hunden hatte. Mit fremden Menschen möchte Molly nichts zu tun haben.
Sie bleibt wie angewurzelt stehen und sichert schon mal ihre Rute und klemmt sie unter ihren Bauch. Braucht halt alles seine Zeit und sie wird sich schon an die Menschen, die uns begegnen, gewöhnen. Ich achte darauf, dass sie uns nicht zu Nahe kommen. Wenn wir beide alleine gehen und keine „bösen“ Menschen da sind, geht sie schon ein wenig entspannter neben mir her und wedelt auch dabei mit ihrer Rute. Vor allem wenn wir sie ständig loben, das genießt die kleine Eisbärin.
Heute hat sie zum ersten Mal in unserem Garten gebuddelt, jepp das macht Freude.
Molly hat sich in unserem Rudel integriert und auch etabliert. Sie spricht eine gute Hundesprache und zeigt an, wenn sie nicht gestört werden möchte. Auch Molly respektiert meine Beiden, ein tolles Miteinander.
Morgens hat sie sich unserem täglichen Weck-Ritual angeschlossen. Alle Hunde Marsch von einem in das nächste Kinderzimmer und die Kinder aus den Federn holen. Tja, sogar die Molly nimmt daran teil, kommt hinterher und schaut neugierig zu.
Sie bekommt noch 3-Mal am Tag Feuchtfutter und zwischendurch gibt es kleine Portionen Trockenfutter. Sie mag beides und futtert alles auf. Ich glaube, man sieht es ihr auch jetzt an, sie ist nicht mehr so dünn und so wackelig auf den Beinen.
2-mal am Tag bekommt sie Massageanwendungen. Entspannen, nein chillen heißt das doch jetzt, sie genießt und schließt die Augen. Sie schnurrt wie eine zufriedene Katze.
Ja, Molly spürt jeden Tag jetzt aufs Neue, das dies kein Traum ist, sondern Wirklichkeit ist. Sie öffnet sich von Tag zu Tag immer mehr, auch wenn ihre Angst zu fremden Menschen und Autos noch anhalten wird. Molly braucht Zeit, bis sie endgültig wieder Vertrauen zu den Menschen findet, dafür hat man sie zu sehr enttäuscht bzw. verletzt.
Am Wochenende werde ich mit Molly und meinen Hunden zum ersten Mal in den Wald fahren, wo es etwas ruhiger ist. Ich bin gespannt was sie so alles auf- und wahrnimmt. Ob sie feststellt wie schön der Wald ist und ob sie die Weite der Wiesen und Felder staunend und schnuppernd erkundet.
Ich werde Euch berichten.

15.12.2009

Vieles haben wir heute von Molly zu erzählen, Neues und Erfreuliches. Molly hat nun schon 4 kg zugenommen. Sie wird zusehends agiler.
Am Wochenende haben wir uns mit liebem Besuch im Schlepp in den Wald aufgemacht. Unsere Hunde und Molly selbstverständlich auch, konnten wir gemeinsam einen entspannten Spaziergang machen.
Wir haben zwischendurch immer mal wieder kleine Pausen eingelegt und so war Molly 30 Minuten mit uns unterwegs. Ihre Nase hatte reichlich zu tun, im Wald sind ja schon viele Düfte, Spuren und vieles anderes zu erschnüffeln. Leider hat Molly immer noch in der Begegnung mit Menschen „ohne hundische Begleitung“ einige Probleme. Ist ein Hund dabei, so lenkt dieser sie ab, und sie hat einfach keine Zeit sich auf den Menschen zu konzentrieren. Das wird schon, ein langer Weg sicher, aber wir sind auch in diesem Punkt zuversichtlich. Kommen Hunde auf Molly zu gerannt gibt sie sich scheu und abwartend. Ein kurzer Kontakt und sie freut sich.
Mittlerweile gehen wir 4-mal am Tag bis zu 20 Minuten spazieren, zwischendurch ist sie immer mal wieder gerne im Garten oder sie verfolgt mich wenn ich meinen Haushalt erledige.
Im Garten hat sie schon zwei Mal Ansätze gemacht und fordert unsere Hündin zum Spiel auf. Auch bellt sie ab und zu mal, vor Lebensfreude und wenn sie Aufmerksamkeit auf sich lenken möchte.
Heute haben wir ihr ein warmes Bad eingelassen und sie hinein gelegt. Erst mal vorsichtig und schüchtern angenommen und dann hat sie einfach nur die Wärme genossen. Das Bad war nötig, ihre Haut war noch mit „Altlasten“ hier und da bestückt. Also, Molly kurz einweichen lassen, säubern, raus aus der Wanne und die Maus trocken rubbeln. Nun fühlt sie sich sauber und sie riecht soooooo gut.

25.12.2009

Heute haben wir nur Erfreuliches von Molly zu erzählen…
Molly erlebt und genießt zum ersten Mal wie herrlich Schnee in Freiheit sein kann. Sie ist so agil, dass sie mittlerweile große Runden bis zu 1 Std. in den Wald schafft.
Im Wald begegnen ihr viele Hunde und sie nimmt sogar Kontakt mit den Hundehaltern auf.
Wir haben das schöne Schneewetter ausgenutzt und sind zusammen mit Molly und unseren Hunden in den Wald aufgebrochen. Ihre Nase hatte wieder reichlich zu tun, trotzdem der Schnee alles bedeckt.
Zum ersten Mal hat Molly am Sonntag keine Panik bei der der Begegnung mit Menschen „ohne hundische Begleitung“ gezeigt. Sie hat wieder einen Schritt nach vorne gemacht und wir sind sehr stolz auf unsere Schneekönigin, die man im Schnee kaum sieht.
Sind mehrere Hunde zusammen, schaut sie neugierig und begrüßt sie alle, schön der Reihe nach.
Mittlerweile gehen wir 2-mal am Tag bis zu 1 Std. spazieren, zwischendurch gehen wir dann in den Park der nur 5 min. von unserem Haus entfernt liegt, oder sie genießt unseren bzw. „ihren“ Garten. Was uns besonders freut, Molly interessiert sich für Hunde-Spieler und nimmt sie auf.
Trotz dieser Fortschritte, Molly ist noch sehr schreckhaft und zuckt bei schnellen Bewegungen zusammen, aber wir sind zuversichtlich das es weniger wird. Alles braucht halt seine Zeit.
Nun freuen wir uns mit Molly auf ihr erstes Weihnachtsfest im Kreise einer Familie, die ihr all das gibt, was ihr jahrelang vorenthalten wurde. Dieses Jahr feiert Molly mit uns und sie wird ihren ersten Weihnachtsbaum bestaunen dürfen.
Wir melden uns nach Weihnachten wieder und wünschen allen Tagebuchleser eine besinnliche Weihnachtszeit und alles Gute für das neue Jahr.

04.01.2010

Nun haben wir das alte Jahr hinter uns gelassen und sehen erwartungsvoll in dem neuen noch jungen Jahr 2010 entgegen. Motto für 2010: Molly soll nur noch glücklich sein.
Ihr erstes Silvester Feuerwerk hat sie verschlafen. Sylvester Böller, päh interessiert Molly nicht. Selbst das Bellen von unserem gestressten Rüden hat sie ausignoriert.

So vieles hat sich bei Molly verändert, wir müssen schon langsam aufpassen, dass wir die Fortschritte nicht einfach als selbstverständlich hinnehmen. Offener wird sie von Tag zu Tag und begrüßt auch vorsichtig, aber immer neugierig voraus, unseren Besuch. Sie hält zwar Abstand aber man sieht ihrer Haltung an, dass sie nur einen Schritt davon entfernt ist, auch diese Sorge vor dem Ungewissen bald abzulegen.
Einen Tag vor Sylvester hatte Molly Besuch aus Köln. Frieda wurde freundlich ins Haus gelassen und die beiden Mädels waren sich gleich sympatisch. Da Frieda auch eher der „vorsichtige Typ“ ist, lief es für beide Mädchen ruhig und besonnen ab. Ein gemeinsames „auf Molly's Stammplatz“ Probeliegen hat auch wunderbar geklappt.
Molly geht vorbildlich an der Leine und vertraut mir ganz und gar. Ihre Interesse an ihrer Umwelt wird immer mehr, so dass sie oft die verschiedensten Gerüche erschnüffelt. Da bei uns viel Schnee liegt, sind wir viel draußen sind, sei es im Wald oder im Garten, hat sie auch jede Menge Gelegenheit. Kleine immer wieder kehrende Spielversuche; bald wird sie wissen wie schön auch das ist.
Molly wird immer mehr Hund, dies zeigte sie uns auch vorgestern, als auf unserem Tisch ein Stück Schokolade, einsam verlassenund vergessen, einfach so da lag. Da Hunde ja nicht dieben, sondern nur das nehmen, was der Mensch nicht mehr braucht, nahm sie dieses Stück Schokolade und verspeiste es genüsslich. Wieder ein Haken mehr an der to do Liste, sie traut sich was. Sie ist bezaubernd und je mehr sie ein Hund sein darf um so mehr begeistert sie mit ihrem unglaublichen Wesen. Man muss sie einfach nur lieb haben.


24. Januar 2010 - Der Count Down läuft

Am 04.02.2010 wird Molly wohl hoffentlich ihre letzte OP durchstehen müssen. Eine sicher nicht einfache und eine weitere schmerzvolle Erfahrung für unsere Kleine. Die Gesäugeleiste samt Lymphdrüsen müssen entfernt werden.
Die OP ist wegen der Hinzubildungen, die zwar im Augenblick noch keine mittelbare Gefahr für Molly's Gesundheit darstellen, aus medizinischer Sicht dringend erforderlich. Wir sind nervös, wir haben auch eine gesunde Angst vor diesem Eingriff.
Molly ist in einem sehr guten allgemeinen körperlichen Zustand und so glauben wir, dass wir uns nun für den richtigen Zeitpunkt entschieden haben.
Molly wird es auch dieses Mal schaffen, wir sind wie immer bei ihr, wir unterstützen sie und glauben an ihre Kraft und ihren Lebenswillen.
Molly's Vertrauen in ihr neues Leben wächst täglich und wenn wir sie vor einigen Wochen noch schonen durften, indem sie morgens zu Hause blieb, während ich mit meinen beiden eigenen Hunden die große Runde gelaufen bin, lässt es Stand heute nicht mehr zu. Sie gesellt sich dazu und macht auf sich aufmerksam.
Molly hat Stück für Stück den Retriever in sich entdeckt, ein ganz deutlicher Hinweis, immer gut futtern und auch dafür sorgen, dass wir merken, wenn der Napf mal nicht gefüllt ist.
Sie wiegt zwischenzeitlich schon 27kg, sie hat eine tolle Figur. Der Tierarzt hat uns angeraten, lasst sie noch 1-2 kg zunehmen, die OP kostet viel Kraft und sie kann Kraft aus sich selbst schöpfen. Also, das Verwöhnprogramm wird fortgeführt.
Molly zeigt aber immer noch ausgeprägtes Misstrauen bei hektischen Bewegungen und größeren Menschenansammlungen. Sie sucht unsere Nähe oder die unserer Hunde.
In unserer Wohnung ist ihr Schlafplatz auch gleichzeitig ihr Rückzugs Ort. Ihre Neugierde lässt sie jedoch nicht mehr in Panik oder schlimme Angstzustände verfallen. Bei Spaziergängen geht sie in unbekannten Situationen ganz eng am Körper, auf bekanntem Terrain geht sie dagegen freier und lockerer.
Sie zeigt keine Tendenz, an der Leine zu ziehen und ist leinenführig und es ist eine Freude mit ihr zusammen durch den Wald zu ziehen. Nach wie vor fährt sie nicht gerne im Auto, es entstehen Ängste und sie muss z.Zt. auch im Auto in unserer Nähe sein, daher wird sie auf die Rückbank gesetzt. Wir heben sie rein, raus springt sie von alleine.
Molly ist eine sehr sanfte und sehr weiche Hündin, etwas ganz besonderes. Das spüren wir jeden Tag und freuen uns wenn sie immer etwas Neues dazu lernt bzw. kennen lernt.

01.02.2010

Der OP-Tag rückt näher und wir haben uns kurzfristig eine Auszeit gegönnt und sind nach Hessen gefahren. Wir haben eine Freundin und ihr Rudel besucht.
Molly hat sich in einen älteren Golden Retriever "verguckt", sein Name Enjoy. Ein sanfter und gemütlicher Rüde.
Wieder mal für Molly viele neue Eindrücke und sie hat sie gut weggesteckt. Ja sogar das Autofahren hat sie dieses Mal sehr gut gemeistert. Autofahren bedeutet hoffentlich jetzt dauerhaft, wenn das laut summende und brummende Teil endlich mal anhält und die Türen wieder geöffnet werden, Spaß, neue Umgebung neue Hunde neue Menschen.
Molly ist das erste Mal selbstständig ins Auto gesprungen. Nun hoffen wir, dass jetzt der Gordische-Auto-Knoten geplatzt ist. Während der Fahrt hat sie auf der Rückbank, mit unserer Tochter eng aneinander gekuschelt, geschlafen.
Sie liebt nach wie vor den Schnee, der hier in Hülle und Fülle liegt und täglich kommen ein paar cm dazu. Wenn ich sie rufe, steckt sie voller Elan noch schnell ihr Köpfchen ein Stück tiefer in den Schnee. Typisch Retriever steigert sich ihr Appetit und wenn sie dürfte wie sie möchte, würde sie es den ganzen Tag tun, mmmmh lecker lecker.

Nun folgt eine kleine Schreibpause und bereiten uns auf die OP vor. Nach Molly's OP, sobald ihr postoperativer Zustand stabil ist, werden wir wohl hoffentlich nur mit guten Neuigkeiten das Tagebuch weiter führen.
An alle Molly-Fans und alle die sie lieb haben, drückt für Donnerstag ganz fest die Daumen, schickt vielleicht ein paar Schutzengel zur Unterstützung auf die Reise. Bis bald...

05.02.2010

Molly hat die OP durchgestanden. Heute mittag konnte sie aus der Klinik abgeholt werden und erholt sich nunmehr in ihrer Pflegestelle.
Nun heißt es abwarten, hoffen auf einen reibungslosen Heilungsverlauf und Molly wird sich in aller Ruhe von den Strapazen erholen können.
In einigen Tagen werden wir eingehend berichten.

08.02.2010

Molly's Operation verlief ohne Komplikationen. Nach der Operation blieb sie zur Beobachtung eine Nacht in der Klinik.
Wir holten Molly aus der Klinik ab und umsorgten sie und hofften, dass es bald für sie aufwärts gehen würde. Sie war gut versorgt, die Schmerzmedikamente sorgten dafür, dass Molly die erste Nacht recht gut überstand. Auch stand sie auf und ging langsam und auf wackeligen Beinen hinaus in den Garten um sich zu lösen.
Leider sind wir voller Sorge um sie, da sie nun doch einige postoperative Probleme hat. Es bilden sich größere Mengen an Wundsekrete und Blut die der TA heute abgezogen hat. Nach der „Entleerung“ sah man Molly an, dass sie sich ein wenig wohler fühlte.
Ihre Blutgerinnung macht uns mal wieder große Sorgen, sie ist sehr blass (weiße Schleimhäute) und sie mag nicht laufen. Sie liegt, hebt den Kopf ein wenig, wedelt mit Ihrer Rute wenn wir sie ansprechen, aber sie mag nicht aufstehen. Sie löst sich im liegen und wir achten darauf, dass sie sauber trocken und warm liegt. Eine kleine Öffnung hat sich in ihrer Narbe gebildet, hier und da laufen kleinere Mengen an Wundsekrete heraus.
Ja, wir haben einige Stunden und Tage vor uns, in denen wir von der Hoffnung und des Bangens getragen werden. Trotzdem bleiben wir zuversichtlich, dass wir Dank der Unterstützung der Tierärzte auch dieses Mal siegen werden, siegen mit und für Molly.

Falls Molly dennoch in den nächsten Stunden eine Bluttransfusion benötigen sollte, so stehen uns wieder Freunde und deren Hunde zur Seite. Wir müssen uns ein wenig in Geduld üben, Molly Zeit lassen, die fast 4-stündige Operation zu verarbeiten und verkraften. Sie hat uns schon einmal bewiesen, was für eine Kämpferin sie ist.
Traurig ist nur, dass ihr Zustand durch Menschen verursacht wurde, denen das Lebewesen Hund gleichgültig ist. Sie wollen nur das schnelle Geld und solange es diese Menschen und die „Hauptsache der Welpe kostet fast nix“ Welpenkäufer gibt, also Angebot und Nachfrage den Markt bestimmen, werden so wunderbare Mädchen ausgebeutet zerstört und weggeworfen wie Müll.
Engagierte Tierschützer nehmen sich diesen kaputten Seelen und Körpern an und versuchen alles, damit sie auch die anderen liebenden Menschen noch kennen lernen dürfen.

Molly ist ein Beispiel für Tausende von ausgebeuteten Rassehunden, die ihr Dasein im Dunkeln fristen und unsere Aufmerksamkeit und unser Handeln so dringend brauchen.

09. Februar 2010

Am 08. Februar 2010, am späten Abend, verschlechterte sich Molly's Zustand.

Wir standen zwischen Hoffnung und Angst, was wird nun werden. Wir saßen bei ihr und sahen ihren Kampf, gaben ihr Zuversicht und streichelten sie, wir sahen sie in Liebe an und wussten ganz tief in uns, dass kein Tierarzt ihr das geben konnte, was sie sich wünschte.
Wir hatten die Wahl sie noch einmal in die Klinik zu bringen und ihr mit einer Blutspende,
die schon unterwegs war und am nächsten Morgen zur Verfügung stand, zu helfen.
Wir saßen die ganze Nacht bei ihr, sprachen mit ihr und machten ihr Mut sich zu entscheiden.
Sie war ruhig, entspannt und wartete mit uns.
Um 7.11 Uhr am nächsten Morgen schlief Molly dann in meinen Armen für immer ein.
Sie schaute mich an und verließ diese Welt.
Ich spürte, dass sie nicht voller Schmerz ging. Nein sie ging glücklich und zufrieden ihren Weg.
Molly hat für sich selber entschieden zu gehen und ich akzeptiere.
Viele Tage später erinnere ich mich, dass Molly Zeichen setzte und ich bin traurig und glücklich,
dass ich sie erkannt habe und in ihrem Sinne gehandelt habe.

Ich bin Molly unendlich dankbar, dankbar für die Zeit, die wir mit ihr verbringen durften.
Sie hatte ihre Familie schon längst gefunden, und sie konnte sich fallen lassen.

Es waren 3 wunderbare aber auch harte Monate, dennoch ich bin sehr glücklich sie gekannt zu haben. „Sie war nicht von dieser Welt“ unser „Engel“ eine „ganz besondere Hündin“.

Danke meine liebe Molly.
Jenny mit Familie
Wallenhorst, den 18.02.2010

 

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