Uthos, zu alt für den Markt...



Uthos wurde im Februar 2007 von einem Vermehrer an den Tierschutzübergeben, weil er ihn nicht verkaufen konnte. Uthos war zu diesemZeitpunkt 9 Monate alt. Die Kunden wollen aber Welpen.
Bei der Übernahme habe ich den Hund gesehen und konnte ihn nicht vergessen. Es war ein Bild des Grauens. Panik in den Augen und seineHinterhand ist immer weggebrochen.

Täglich habe ich sein Tagebuch gelesen und seine Entwicklung verfolgt.

Das ist nicht die traurige Geschichte eines armes Vermehrerhundes.
Auch wenn er sehr klein ist, quadratisch, Plattfüße hat, einen komischen Gang zeigt. Sein Vater war sicher auch der Vater seiner Mutter.
Der diagnostizierte Befund der Kompressionsfraktur im Bereich L7/S1, infolge eines Schlages, war auch abgeheilt.
Seine Entwicklung in der Pflegestelle war schleichend. Er wurde stubenrein und rannte mit anderen Hunden im Garten. Spazieren ging er auch.

Die Bilder zeigten aber einen Hund mit Panik in den Augen. Einem Tunnelblick.

Da Uthos mittlerweile extreme Zerstörung im Haushalt....naja und auch am Haus zeigte, sollte er nach 7 Monaten die Pflegestelle wechseln. Uthos verlebte viel Zeit im Kennel und bellte ununterbrochen.

Und jetzt wird es unsere Geschichte.
Wir haben einen total unsicheren Hund übernommen, der sofort pieselte,wenn man nur 1m an ihn ran trat. Blickkontakt war nicht möglich.Sofortige Fluchtreaktion und Dauerbellen war die Folge. Anfassen warnicht möglich.
Bei seinen Bellattacken hat er sich ununterbrochen im Kreis gedreht. Eswar schrecklich. Uthos hatte panische Angst vor Männern und überhauptniemandem getraut.
Uthos hat man nicht gesehen, nur gehört wauwauwau......10 Stunden am Tag.

Wie ich oben schon geschrieben habe "es ist keine traurige Geschichte"...sondern eine Liebeserklärung an Bono, wie er jetzt heißt.

In aller Ruhe haben wir ihm geholfen.
Bono hat eine Schilddrüsenunterfunktion die eingestellt wurde. Er hatschwere HD und ein beginnendes Cauda equina-Syndrom, Spondyloseentwickelte sich. Mittlerweile ist er schmerzfrei.
Sein Bellverhalten hat sich zu 90% verringert.
Bono lebt mit Ritualen aber auch wir.
Noch heute sagen wir "wir sinds...", wenn wir Licht in einem dunklenZimmer machen. Noch heute sagen wir "wir sinds", wenn wir zur Türreinkommen.
Wir merken es nicht mehr, aber Bono hilft es. Füher ist er in seine hysterisches Bellverhalten gekippt.
Das kickende Geräusch eines Lichtschalters hat schon gereicht.

Und das ist Bono heute.
Er ist zu meinem Herzhund geworden.
Bono hinten, Bono vorne.
Wo ich bin ist Bono.
Manchmal nenn ich ihm "Mamatucker".
Dann sieht er mich mit seinem bernsteinfarbenden Augen an, als wenn er sagen wollte: "ist doch wurscht, Hauptsache du bist da"

copyright © 2009 by Cordula Harms