Stine "Leer geblieben - ausrangiert"



Dieses ist die Geschicht von Stine!
Eine Geschichte, die an vielen Hundeliebhabern trotz intensivster Aufklärung dennoch vorüber geht.

Stine, Labradorhündin, ist 5 Jahre alt.
Ihr Leben vebrachte sie in einer Vermehreranlage in Belgien. Fünf lange Jahre ohne Sonne, ohne Gras. Ein Leben auf Beton, ohne Liebe, ohne Würde und ohne streichelnde Hände.
Mangelernährt und als Wurfmaschine missbraucht. Keinerlei Gewissensbisse seitens des Vermehrers. Ernährung? Schimmelndes Brot und verdorbene Essensreste? Vielleicht im Idealfall Rindertalg mit Mehl vermischt. Das "klassische" Nahrungsmittel für Gebärmaschinen!

Stine hat ihren ersten Wurf bereits in der ersten Hitze "produzieren" müssen. Absolut kein Einzelfall!
Das Ergebnis? Stine hat all die Energie die sie selbst für ihre eigene Entwicklung benötigt hätte, in ihre Babies investiert. Man sieht es ihr heute deutlich an: Klein, zart und mit einer Taille, die kaum eine Breite von 15 cm aufweist.

Hitze um Hitze wurde Stine belegt und musste ihre Welpen unter katastrophalen Verhältnissen austragen. Allein gelassen. Kälte und Hitze schonungslos ausgesetzt. Keinerlei medizinische Versorgung und keine helfende Hand bei den Geburten. "Schwund" wird einkalkuliert!

Unvorstellbare Verhältnisse! Schmutz, Gestank und tote Welpen sind in diesen "Zuchtanlagen" an der Tagesordnung!
Mütter, denen die Welpen viel zu früh abgenommen werden. Traumatisierte Mütter, die zurückbleiben und nicht verstehen können, was ihnen passiert. Hunde, die gebrochen werden, ohne sich wehren zu können.

Ein Missbrauch, der wie gesagt täglich in Deutschland, Holland, Belgien und vielen, vielen weiteren Ländern passiert!
Zurück bleiben ausgebeutete Hundemütter, die irgendwann einfach sterben, oder in letzter Instanz nochmal verkauft werden, um in den Ländern Osteuropas letzte Würfe zu produzieren, die dann nur noch ganz wenige Welpen umfassen, aber einen letzten Profit erzielen. Ein unbeschreibliches Elend, bei dem man nicht wegschauen darf!

Stine hatte Glück. Durch gute Zusammenarbeit von Tierschützern aus verschiedenen Ländern durfte sie ein Tierschutzhund werden. Aufgedunsen von Würmern, mit nackten Stellen und vielen Wunden am gesamten Körper, stark unterernährt, der Bauch kahl geschoren nach einem Ultraschall. Dessen vermeintlich negatives Ergebnis war ihre Fahrkarte in die Freiheit!

"Leer geblieben - ausrangiert"

Stine hatte aber dennoch unbemerkt ein großes und süßes Geheimnis: Trotz eines Gewichtes von nur 16 Kilo war die 5-jährige Hündin unbemerkt tragend.
Als die Trächtigkeit in der Pflegestelle bemerkt wurde, war das Entsetzen groß. Für einen Abbruch der Trächtigkeit war es längst zu spät.
Stine mit dem so unendlich zarten Gewicht und den riesigen gequälten Augen hatte eine unglaubliche Strapaze vor sich. Nur: Dieses Mal würde sie nicht allein sein...!

Zur Trächtigkeit kam nun die Eingewöhnung in ein neues und endlich liebevoll umsorgtes Leben. Erste Tage vergingen mit starren Pupillen, Angst und ständigem Laufen im Kreis, bis die kleine Maus endlich etwas zur Ruhe kam.
2 Wochen später setzten die Wehen ein und eine dramatische Geburt begann. 20 Stunden schwerster Geburtsarbeit mit dem Ergebis: Acht lebende Welpen und zwei, die es leider nicht geschafft haben. Eine völlig erschöpfte und so maßlos tapfere Mutterhündin, die wieder mal nur ihre "Pflicht" erfüllte und so viele bange Stunden um das Leben von Stine und das der Welpen!

Stine erholte sich langsam und war eine wundervolle Mama. Sie entwickelte sich zu einer zarten Schönheit an Körper und Geist. Noch waren die Sorgen aber nicht zuende! Stine litt nun an einer Gebärmutterentzündung und bekam Antibiotika. Sobald die Welpen in sorgfältig vorkontrollierte Familien vermittelt waren, erfolgt die notwendige Kastration und die Entfernung der Gesäugeleisten, die deutliche krankhafte Veränderungen zeigten.


Stine hat ihr neues Zuhause in ihrer Pflegefamilie gefunden, dort bekam die Ruhe und Zeit alles zu erkennen, zu erleben und zu erlernen, was man ihr in den ersten fünf Jahren ihres Lebens nahm.
Stine bei Ankunft in Ihrer Pflegestelle:

Ein vollkommen "normales" Gesäuge bei einer Vermehrerhündin! Der Anblick verdeutlich die Qualen, die diese Hunde erdulden müssen:

Wir möchten an dieser Stelle nochmals und wieder mahnen: Kaufen Sie niemals einen Welpen aus einer solchen Zuchtstätte.
Tragen sie nicht zu den endlosen und bitteren Qualen dieser Hündinnen bei, indem Sie "ihren" Welpen an dubioser Stellen und Verkaufsbörsen erwerben und ihre Auswahlpriorität an der Höhe des Preises festmachen.
Sie verursachen mit einem solchen Kauf nur großes Tierleid und gut gefüllte Kassen der Vermehrerbetriebe!
Gute, gesunde, wesensfeste Tiere zu züchten ist mit sehr viel Aufwand, Sorgfalt und Kosten verbunden, sowohl für die Welpen, wie auch für die lebenslange Versorgung der Elterntiere.


 

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