Sammy


Hier nun die traurige Geschichte unseres Herzhundes Sam!

Es war an einem kalten Februartag als mein Mann von der Arbeit kam und eine Zeitung in den Händen hielt.
Er meinte, guck mal, diese Anzeige: Golden-Retriever-Welpe zu verkaufen.
Ich muss dazu sagen, wir hatten uns lange überlegt, uns einen Hund zuzulegen. Aber da ich zu dieser Zeit schlimme gesundheitliche Probleme hatte, kam mein Mann zu dem Entschluss, dass wir uns einen Hund kaufen, damit ich auf andere Gedanken komme und aufhöre zu grübeln.

Hatte ihm aber gesagt, dass ich einen Golden von einem Züchter haben möchte. Aber es kam alles ganz anders.

Wie gesagt, habe ich dann bei der besagten Anzeige angerufen, und nachgefragt, ob der Golden-Welpe noch da sei. Die Frau sagte mir, ja er ist noch da. Dann kam die Frage von mir, ob ich mir denn das Muttertier auch ansehen könnte. Dieses verneinte die Frau. Ich habe dann auch nicht weiter nachgefragt, da ich keinen wunden Punkt treffen wollte, es hätte ja gut sein können, dass das Muttertier bei der Geburt verstorben ist, und habe mir überlegt, dieses Thema vor Ort mit ihr zu besprechen.

Wir haben dann einen Termin vereinbart und als es dann endlich soweit war, war ich total aufgeregt. Als wir dort ankamen, sahen wir einen großen Bauernhof, habe mir aber nichts dabei gedacht, haben geschellt und die Frau machte auf und führte uns zu einem Stall.

Und dort lag er, mein Herzhund, völlig alleine in einem alten verlassenen Stall, in einer Hartschale mit einer dünnen Decke und war am fiepsen wie wild.
Ich fragte die Frau, ob der Kleine, er war damals gerade 3 Monate alt, die ganze Zeit in diesem Schuppen verbracht hatte oder ob er auch mal im Haus gewesen sei. Dies verneinte die Frau, da sie gerade einen Wurf einer anderen Rasse im Haus hatte.

Dann fragte ich sie nach dem Muttertier, auch dies verneinte sie, denn sie hat den Kleinen in Belgien gekauft, für ihre Schwester, aber die wollte ihn nicht haben und so hat das arme Wesen 3 Wochen lang in dem kalten einsamen Stall verbracht.

Meine Alarmglocken schrillten als ich hörte er ist aus Belgien. Aber er war so niedlich, er kam sofort nach mir hin und kuschelte mit mir. Wenn wir aus dem Stall gegangen sind, fiepste er herzerweichend hinter uns her. Mein Mann und ich haben eine Stunde lang diskutiert, ob wir ihn nun mitnehmen oder nicht. Und gegen aller Vernunft haben wir beschlossen ihn mitzunehmen, um ihm eine schönere Zukunft zu bieten, als dieser olle kalte Stall.

Er war vom ersten Tag an, ein wunderbarer Hund, er hat sich vorbildlich in der Hundeschule entwickelt. Wir konnten mit ihm im Alter von nur 8 Monaten ohne Leine und bei Fuß an anderen Hunden vorbei gehen, er machte nicht ein einziges Mal anstalten. Er war einfach nur dankbar und hatte sehr viel "Will to please". Einfach ein klasse Hund. Er hörte auf´s Wort, war aber auch ein ausgelassener Jungspund der natürlich auch gerne tobte.

Im Sommer haben wir dann beschlossen, dass wir mit ihm in den Urlaub nach Berchtesgaden fahren. Es war ein wunderschöner Urlaub, denn er war so gut erzogen, er hat sich vorbildlich benommen. Einfach klasse mein Herzhund.

Als wir wieder zu Hause waren, war auch noch alles in Ordnung. Wir haben ein ganz tolles Weihnachtsfest verbracht mit unseren gesamten Familie (16 Personen) und er hat den Kindern geholfen die Geschenke auszupacken. Es war zu schön.

Aber dann fing sein Leidensweg an. Er hörte auf zu Fressen. Wir zum TA, der meinte, er hat eine Darmentzündung, dann hat er dagegen Medis bekommen. Es wurde aber nicht besser, wir wieder zum TA, er meinte die Hündinnen sind läufig, deswegen frisst er so schlecht. Dies ging ungefähr 2 Monate so. Ich war so blauäugig, war ja mein erster Hund und man glaubt was der TA sagt. Aber dann wurde es mir aber doch zu bunt, denn er fraß so gut wie gar nichts mehr. Ich habe ihn mit allem was Hunde so mögen bekocht, habe neben dem Napf gesessen und mit Engelzungen auf ihn eingeredet nichts. Aber das ausschlaggebende war für mich auf einem Spaziergang mit ihm. Er liebte es zu toben. Und wir hatten auf einem Spaziergang ein Mann mit seinem Labbi getroffen, Sam tobte einmal mit ihm über die Wiese und als der Labbi ihn zum zweiten mal aufgefordert hatte, lief Sam auch noch ein Stück mit und kam dann aber wieder zurück und setzte sich neben mich. Da habe ich zu meinem Mann gesagt, jetzt bin ich mir ganz sicher, dass etwas mit unserem Sam nicht stimmt. Es war so untypisch für ihn, nicht zu toben. Man bedenke er war zu diesem Zeitpunkt gerademal 14 Monate alt. Ich meinte zu meinem Mann jetzt ist Feierabend, morgen gehe ich noch mal zum TA und bestehe auf ein Blutbild.

Wir zum TA, alles nochmal geschildert, er dann Blut abgenommen. Wir nach Hause. Und am späten Nachmittag bekam ich einen Anruf aus der TA-Praxis, wir sollen sofort in die Praxis kommen. Da wusste ich, es ist was schlimmes. Und wie es so ist, ausgerechnet da hatte mein Mann Mittagschicht und ich musste diesen Weg alleine gehen.
Wir also dahin, es dauerte auch gar nicht lange, bis wir ins Sprechzimmer gerufen wurden. Ich sah schon an dem Gesichtsausdruck unseres TA´s das er keinen guten Nachrichten hat. Und dann kam die niederschmetternde Nachricht, unser Sam hatte 80 % Nierenversagen. Ich habe in diesem Moment gedacht, mir haut einer mit dem Hammer vor dem Kopf und fing bitterlich an zu weinen. Selbst unserem TA standen die Tränen in den Augen, weil er wusste wie sehr ich an unserem Sam hänge und er mir soviel bedeutet.

Wir haben dann vereinbart, dass Sam erstmal Infusionen bekommt. Ich habe mir dann auf der Arbeit 2 Wochen frei genommen. Gsd ging das auf meiner Arbeit damals.
Sam und ich sind dann alle 2 Tage für die Infusion in die Praxis gefahren. Wir beide haben dann ca. 3-4 Stunden auf der Decke in einem separaten Raum gelegen, bis die Infusion durchgelaufen war. Die Schwestern waren superfreundlich, brachten mir Kaffee oder lösten mich auch mal ab, wenn ich mir eine rauchen gegangen bin und ich habe während dieser Zeit viel Kaffee und Nikotin zu mir genommen. Aber mein Sam war so tapfer, er hat alles ohne zu murren über sich ergehen lassen.
Dann ein neues Blutbild, die Werte hatten sich gebessert, ein Hoffnungsschimmer? Wir waren so glücklich mein Mann und ich. Er wird es schaffen.
Nächtes Blutbild, die Werte waren wieder im Keller.
Grosse Verzweiflung machte sich bei uns breit, was nun? Mein TA riet uns noch mal in die Tierklinik nach Ahlen zu Spezialisten zu fahren.

Wir haben dann dort sehr schnell einen Termin bekommen. Unser Sam hatte bis dahin schon rapide abgenommen und roch immer mehr nach Harnstoff.
Wir wurden in der Tierklinik sehr freundlich empfangen und man hat sich 2 Stunden Zeit für uns genommen, ohne irgend einer Störung, unsere Fragen wurden bereitwillig beantwortet.

Ich habe dann der TA erzählt, dass Sam aus Belgien ist und am Anfang auch nicht komplett durchgeimpft war und ihr die Leidensgeschichte geschildert.
Man hat ihn dann noch mal geröntgt und diverse andere Untersuchungen, auch ein Blutbild wurde noch mal gemacht. Selbst das Blutbild ergab wieder, dass seine Werte immer noch im Keller waren, zudem wurde festgestellt, dass er auch keine weißen Blutkörperchen mehr gebildet hat. Es wurde ihm auch noch ein Harnkatheter gelegt. Und mein Herzhund immer noch tapfer, kein Mucks.

Dann beim Ultraschall, er lag auf dem Rücken und halb in meinen Armen, immer wenn sie ihn etwas zu mir gedreht haben, guckte er mich an, als wenn er mir sagen wollte, es tut mir leid, aber ich kann nicht mehr. Dieser Blick sprach tausend Worte und mir stiegen die Tränen in den Augen.
Dann die niederschmetternde Diagnose, eine Niere komplett mit Zysten durchzogen und die andere Niere hatte sich schon so gut wie aufgelöst. Da wussten wir, das wir den Kampf verloren hatten.

Wir fragten, wie es zu so etwas kommen konnte. Und die Ta meinte, aufgrund der Vorgeschichte von Sam, tippt sie entweder auf ein Gen-Defekt oder, aber sogar, da er ja aus Belgien war, aus einer Inzucht.

Die TA wollte mir Sam noch mal mit nach Hause geben, aber wir wollten ihn nicht mehr leiden sehen, er sollte erlöst werden. Da er zum Schluss nur noch 26 kg wog. Wir wollten nicht mehr, dass er sich quälen muss. Und so kam es, dass wir ihn am Geburtstag meines Mannes erlöst haben. Er ist in einem Alter von nur 15 Monaten ganz friedlich in meinen Armen eingeschlafen. Mein Mann ist rausgegangen, er hat das nicht ausgehalten. Und ich, ich bin total zusammengebrochen, sodass die Schwestern ein paar mal bei mir drin waren, um zu gucken, ob es noch geht.
So ist mein Herzhund ganz friedlich von uns gegangen und er wird immer ein ganz besonderen Platz in unseren Herzen haben. Es vergeht kein Tag an den wir nicht an ihn denken. Es ist nun 2 Jahre her. Besonders schmerzlich ist es an dem Geburtstag meines Mannes, da wir an diesem Tag schmerzlich an unseren Verlust erinnert werden.

Was wir mit dieser Geschichte bezwecken wollen, sie sollen die Augen auf machen und nicht wahllos irgendwelche Hunde in Belgien, Holland oder anderen dubiosen Hundezüchtern kaufen. Auch nicht bei Züchtern die mehr als 2 Rassen züchten. Gehen sie in Ruhe an die Sache ran und prüfen sie jeden Züchter zweimal. Am besten immer einen Hund von einem VDH-Züchter kaufen.

Aber wie gesagt, an dem Tag als ich unseren Sam gesehen habe, siegte mein Herz über die Vernunft. Aber heute weiss ich, dass ich aus dieser Erfahrung gelernt habe.

copyright © 2010 by Nicole & Sam