Püppi, ein Billigwelpe von Welpenstube ...........


Es fing alles damit an, dass mein Mann und ich den Wunsch hatte, uns einen zweiten Hund anzuschaffen! Wir schauten uns im Internet und Zeitungen um. Dort entdeckten wir eine Anzeige in der Zeitung, da dieser Welpenvermittler nur ein Dorf entfernt war, dachten wir, dass wir uns das mal anschauen sollten!
Mein Mann hatte einen Termin für denselben Nachmittag vereinbart. Als wir ankamen, hörten wir schon das laute Bellen der Hunde und ich hatte kein gutes Gefühl. Dann kamen mehrere Autos und man bat uns, auf die zuständige Kollegin zu warten. Nach einiger Zeit erschien sie und führte uns in eine Scheune, wo Werkzeug, Kabel und alles Mögliche an Gerümpel rumlag und sogar ein Bagger stand. Wir bekamen die Erklärung, dass im Moment umgebaut wird. Plötzlich entdeckte ich rechts und links lauter alte Schweinestelle, indem viele Welpen und Junghunde an den Wänden hochsprangen!!! Wir sind zu den einzelnen Ställen gegangen und haben uns die Welpen angeschaut. Was ich dort gesehen habe, waren Bilder,welche ich bis heute nicht vergessen habe.
Ca. 100 Welpen verschiedener Rassen, in kleine Ställe eingesperrt und von Futter und Wasser keine Spur!!! Teilweise waren die Welpen sehr Ängstlich, wenn man sie nur anschaute.
Ich traute mich kaum weiter zu gehen!!! Viele Welpen versuchten die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Die Frau holte mehrere Welpen aus den Ställen. Mir fiel aber sofort beim betreten der Anlage ein Rotti-Welpe auf und den hatte ich ständig im Blick. Er war mir gleich aufgefallen. Die Frau holte den Rotti-Welpen raus, damit wir ihn kennenlernen und anschauen konnten. Dieser Welpe kam gleich auf mich zu und biss alle anderen Welpen von mir ab! Egal wo ich hingegangen war, dieser Welpe blieb bei mir, als wenn er Angst hatte, dass ich ohne ihn gehen konnte. Ich schaute meinen Mann an und mir kamen die Tränen!!! Sowas habe ich vorher noch nie gesehen und ich fühlte mich so hilflos.
Am liebsten hätte ich alle Welpen mit genommen, so schlimm empfand ich dieses Elend indem die Welpen leben mussten.
Mein Mann sah meine Tränen, meine Hilflosigkeit und machte mir Mut den Welpen mitzunehmen.
Ich fragte die Frau was für Auflagen für diesen Hund nötig sei. Sie konnte mir keine sachkundige Antwort geben und fragte mich auch nicht, ob ich einen Sachkundenachweis besäße. Ich entschied mich für diesen Welpen und wollte ihn gleich mitnehmen. Wir betraten einen Raum, wo der Kaufvertrag zustande kam und ich ließ den Welpen auch gleich chippen, damit die Chipnummer gleich auf den Kaufvertrag eingetragen werden konnte.

Wir sind dann so schnell es ging mit dem Welpen in meinem Arm zum Auto, um ganz schnell nachhause zu fahren. Während der Fahrt, teilte ich meinem Mann mit, dass ich den Welpen Püppi nennen möchte. Als wir zuhause ankamen, zitterte Püppi vor lauter Aufregung. Er hatte fürchterliche Angst und teilweise war er auch Panisch. Er kannte ja nichts und alles war so fremd. Plötzlich sah ich, wie schlimm Püppi aussah. Ein Häufchen Elend. Mit gutem Futter und einer Wurmkur ist es nicht getan!!! Also sind wir nächsten Morgen zum Tierarzt gefahren und da kam das erwachen.

Siehe TIERARZT-BERICHT!!!

Ich habe ca. 3 Wochen mit Püppi im Wohnzimmer geschlafen und bin alle 2 Stunden mit ihr raus, damit sie sich lösen konnte. Leider war es aber für Püppi nur mit Stress verbunden, da sie bei jedem Geräusch in sich zusammenzuckte und sich gleich auf dem Boden warf. Wenn uns jemand begegnete zuckte und zitterte sie und wollte sich am liebsten sofort ins tiefste Loch verkriechen.
Püppi war nicht sozialisiert, kannte kein Halsband, Leine, Autos, Kinder, Treppen, geschweige Rasen. Da wusste ich, dass ich ihr Vertrauen gewinnen musste und ich ihr die Angst nehmen musste. Aber es kam noch schlimmer, denn sie bekam auch schlimmen Durchfall, so dass es schwer war, sie sauber zu bekommen und sie nicht mehr ins Haus machte.
Es war viel Arbeit mit so einem verkorksten Welpen, aber vor allem braucht man Ruhe, ganz viel Geduld. Ich ertappte mich manchmal, das ich schon ans Aufgeben dachte, aber wenn ich in Püppis Augen sah, verwarf ich diesen Gedanken ganz schnell. Püppi genoss ihre Kuscheleinheiten und ich geb ihr all meine Liebe, die ich ihr geben konnte. Nach anstrengenden Wochen, die hinter uns lagen, dachte ich, dass wir den Kampf gewonnen hatten, bis das nächste Problem auftrat. Püppi fühlte sich manchmal von Menschen bedroht und zeigte dieses auch. Ich versuchte daran zu arbeiten, welches mir aber nicht gelang. Ich wollte alles richtig machen, da diese sogenannten Listenhunde schnell verurteilt werden. Ich hatte auch keinerlei Erfahrungen mit Angsthunden, so dass ich mir Hilfe von einer professionellen Hundetrainerin suchte. Dann hab ich Daniela Hüther-Hundeschule-Weltweit über Fb angeschrieben, da sie mir bei meinem ehemaligen Pflegehund auch geholfen hat. Wir haben lange telefoniert und sie hat mir gesagt, was ich machen soll, wie ich mich verhalten muss usw.
Somit startete ich das Training, um sie in den Griff zu bekommen. Es gestaltete sich sehr schwer, da Püppi sehr nervös war und immer wieder zu Durchfällen neigte. Nach langem Suchen fand ich auch endlich das passende Futter, welches sie vertrug. Ihre Ängste treten immer wieder auf, das man von neuem anfangen muss. Sie macht immer wieder Schritte zurück. Aber für Püppi stehen wir das durch und gemeinsam werden wir es schaffen.
Durch Püppi bin ich zum Tierschutz gekommen und möchte die Menschen aufklären, was sie den Welpen mit dem Kauf bei so einem Welpenvermittler antun. Heute weiß ich, dass man nicht aus Mitleid einen Hund kaufen sollte. Mein Wunsch wäre, wenn solche Welpenvermittler gestoppt werden und sie keinen Tierhandel mehr betreiben können. Bitte haltet euch von solchen Hundehändler fern, im Sinne der Hunde. Das Leid wird nur durch den Kauf vergrößert…

 

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