Orgy


Orgy stammt von einem berüchtigten Vermehrer aus Südfrankreich. In Tierschützerkreisen ist er unter "Schindlers Liste" bekannt.
Wer von seinen Hunden auf seine Liste kommt, hat nur noch ein paar Tagezu leben, ansonsten wird er brutal ermordet. Orgy hatte Glück. Einedeutsche Tierschützerin holte sie am 12. Novemder 2005 in letzterMinute dort raus.Da war sie bereits 7 Jahre alt und ihr Körper durchdie Ausbeutung deutlich gezeichnet.

Orgy kam in eine Pflegestelle, wurde gepäppelt und auf ihr neues Lebenvorbereitet. Sie passte sich gut an und lernte schnell, so als wüsstesie, worum es geht.
Im Januar 2006 konnten wir sie zu uns holen. Anfangs schien Orgy keinesonderlich schwierige Hündin zu sein. Sie zeigt tagsüber wenig Ängsteund kam wunderbar mit unserem Rüden zurecht. Sie war lediglich sehrzurückhaltend und misstrauisch uns gegenüber. Wir durften sie in derersten Zeit nicht anfassen, schon gar nicht am Kopf.
Nachts um zwölf Uhr wurde sie wach, stand vor der Terassentür undbellte panisch in die Nacht, bis sie heiser war. das ging bis ein Uhr.Da wir vorbereitet waren durch die Pflegestelle, konnten wir reagieren.Wir schliefen in der unteren Etage bei ihr, hatten eine Lampe an undberuhigten sie. Das ging etwa drei Wochen so, dann waren wir damit überden Berg.
Im März, nach einer gewissen Eingewöhnungszeit, ließen wir Orgy kastrieren.
Als wir am Nachmittag abholen wollten, bat uns unsere Tierärztin mitsorgenvoller Miene in ihr Zimmer zu einem Gespräch. Sie erklärte uns,dass Hündinnen zum Kastrieren in eine b estimmte Position gebrachtwerden und dass dies bei Orgy nicht möglich gewesen wäre. Daraufhinhabe die das Tier geröntgt, um zu sehen, ob sie HD hätte. Das war zwarnicht der Fall, aber Orgys Wirbelsäule, ihre Knochen und Gelenke warenin einem desolatem Zustand. Völlig deformiert und kaputt, wie bei einemuralten Hund.
Sie konnte sich das nur so erklären, dass der Hund sein Leben lan g ineinem kleinen Käfig gelebt haben muss ohne sich bewegen zu können.
Wir waren entsetzt und suchten nach Möglichkeiten ihr zu helfen. Machten uns schlau über Spondylose und Arthrose.
Eine Odysse von Tierarzt zu Tierarzt begann. Orgy bekam einentsprechendes Futter. Wir fuhren mit ihr zur Osteopathie. Das musstenwir leider nach ein paar Wochen wieder aufgeben, da Orgy aus Angst vordem fremden Mann nur zitterte und sich nicht behandeln ließ.
Sie erhielt Medikamente und Spritzen. Ich denke, wir haben so ziemlichalles versucht, was möglich war. So richtig auf Dauer hat nichtsgeholfen.
Dann entschieden wir uns, einen Teil ihrer Lendenwirbelsäule vergoldenzu lassen. Dazu brauchte der Arzt im Vorfeld entsprechendeRöntgenbilder.
An diesem Tag kam das nächste böse Erwachen für uns, als unsereTierärztin uns zeigte, was sie da zufällig entdeckt hatte. In OrgysUnterleib war eine ca.20 cm lange Klemme. Wahrscheinlich einmalvergessen nach einem Kaiserschnitt!
Jahrelang muss deer Hund damit gelebt und Schmerzen gehabt haben.
Ein paar Tage später wurde die Klemme operativ entfernt
Dann gaben wir ihr erstmal Zeit, sich etwas zu erholen. Im April 2008fuhren wir mit ihr nach Kamen und ließen fünf Wirbelbrücken vergolden.
Was haben wir für Hoffnungen darein gesetzt. Aber es verging Monat umMonat ohne dass sich eine Besserung einstellte. Orgy bekam weiterhintäglich starke Medikamente.
In den letzten Wochen wurde sie zu Hause ständig gequaddelt.
Es war so schwer zu akzeptieren, dass wir am Ende waren. Wir hättenalles versucht, was unsere Tierärztin noch an Therapien vorgeschlagenhätte, aber Orgy zeigte uns dann deutlich, dass sie nicht mehr kämpfen konnte.
Am 8. Januar dieses Jahres haben wir sie schweren Herzens gehen lassen.


Orgy hatte keine Kraft mehr...1998 - 2009"
Liebe macht Trauer erst möglich."
(Esther Klepgen)


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