Mette, ehemalige Zuchthündin...


So sah Mettes Fell aus, als sie zu uns kam...


Mette wurde am 30. April 2006 gemeinsam mit fünf anderen älteren Zuchthündinnen aus einer holländischen Massenzucht befreit. Alle Hunde waren in einem erbärmlich schlechten physischen und psychischem Zustand.
Mette hatte hochgradig die Räude und war blutig gekratzt. Dies war wahrscheinlich der Grund, warum sie aus der Zucht ausscheiden durfte.
Das kleine verängstigte Bündel Elend, das willenlos alles mit sich geschehen ließ, kam in eine Pflegestelle nach Berlin und wurde dort wochenlang gepäppelt und wieder gesund gepflegt.
Anfang Juni kam sie dann zu uns. Es stand fest, dass wir uns für eine traumatisierte Hündin beworben hatten. Was uns tatsächlich erwartete, wussten wir damals noch nicht.
Mette fügte sich gut in unser Rudel ein und ordnete sich unter. Mit Artgenossen kommt Mette gut aus. Ihr Problem sind die Menschen.
Mette muss in den Vermehrerjahren Furchtbares erlebt haben, denn sie war völlig gebrochen. Ohne andere Hunde wäre ein Leben in einer Familie unmöglich.
In den ersten Wochen war sie immer in Angst und Anspannung, es könnte sich ihr jemand nähern.Mein Mann durfte sie mehrer Monate nicht anfassen, solch panische Angst hatte sie. Wenn er sich ihr näherte,rannte sie weg, so weit sie konnte und kläffte ihn ununterbrochen an, den Schwanz eingezogen, die Ohren angelegt, die Augen riesengroß vor Angst. Gut zureden half nichts. Sie regt sich so auf, dass man das Herz klopfen sehen konnte.
Wir haben viel versucht. Letztendlich hat es die Zeit und unsere Hunde gebracht, dass Mette Vertrauen fasste. Aber das war ein langer Weg.
Zuerst war ich viel allein mit ihr und ließ meinen Mann erstmal außen vor. Ich beachtete sie nicht, ließ sie ganz in Ruhe. Ich merkte, dass sie mich beobachtete, vor allem wie ich mit den Hunden umging. Mit der Zeit siegte ihre Neugier über ihre Angst. Sie ging mit mir durch den Garten, sah mir zu bei der Gartenarbeit, kam in die Küche und schaute zu, wie ich das Hundefutter zubereitete.
Sie arrangierte sich mit der neuen Welt. Aber am liebsten wäre es ihr, es würden keine anderen Menschen existieren, nur Hunde.
Manchmal denke ich, jetzt ist sie schon fast ein normaler Hund, da klingelt es an der Tür, irgend jemand steht da, den Mette nicht kennt und voller Panik rennt sie die Treppe hoch und kläfft wie wild vor Angst.
Und dann weiß ich, sie ist noch lange kein normaler Hund und wird es wahrscheinlich nie werden.
Unser Bekannten-und Freundeskreis hat sich seit wir Mette haben, ziemlich reduziert. Ich kann das auch nachvollziehen, denn es kommt kaum eine gemütliche Atmosphäre auf, wenn über Stunden ein Hund bei jeder Bewegung bellt. Wir können sie auch nicht zu Bekannten oder in ein Restaurant mitnehmen.
Seit einiger Zeit hat Mette eine Möglichkeit gefunden, mit ihren Ängsten umzugehen. Sie zieht sich auf ihr Sofa zurück, wenn fremde Menschen zu Besuch sind, und beäugt sie von dort aus aus sicherer Entfernung. Solange sich die Leute nicht bewegen, aufstehen oder sich ihr nähern, geht das relativ gut.
Seit diesem Sommer hat Mette kleine Fortschritte gemacht. Wir hatten mehrmals Besuch von Freunden, die alle mehrere Hunde besitzen und Mette musste sich damit arrangieren. Sie ließ sich erstmalig von Fremden streicheln, sogar von Männern, und nahm zeitweilig auch Leckerlis aus der Hand. Um nicht allein im Garten bleiben zu müssen, ging sie sogar mit uns und fremden Menschen spazieren, natürlich immer mit gebührendem Abstand und leisem Knurren.
Wir haben Mette inzwischen über 3,5 Jahreund sind immer noch auf dem Weg mit unserer Maus.
Was der Vermehrer ihr angetan hat, werden wir leider nie gut machen können.


Mette heute ...


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