Malou



Hand in Hand, Pfote um Pfote -Eine nachträgliche Weihnachtsgeschichte.

So könnte eine Headline aussehen, wenn man die Zusammenarbeit mit den Produktionsstätten der Billigwelpen und den Tierschutzorganisationen erklären und näher bringen möchte. Es hört sich nach Vertrauen und gegenseitigem Einvernehmen an. Ist es aber nicht.

Für jede ausgediente Vermehrer-Zuchthündin steht schon eine junge unverbrauchte am Start. Viele verstehen nicht, warum die Tierschutzorganisationen das Geschäft durch die Zusammenarbeit auch noch „anschieben“.
Das tun sie nicht.

Diese Hündinnen haben nach jahrelanger Produktivität noch Lust auf Leben. Menschen die sich ihrer annehmen, sie liebevoll aufnehmen und ihnen all das vermitteln, was einen „fast perfekten Hund “ ausmacht.

Was soll aus ihnen werden, wenn sie alt ausgebeutet und krank im naheliegenden Tierheim landen. Wer nimmt sie, dass Fell glänzt nicht, ihre Augen erzählen nur traurige Geschichten.
Sie meiden den Menschen, weil sie ihn in den meisten Fällen nicht von seiner liebenden Seite kennen gelernt haben.

Die Tierschützer, die sich mit dem Thema „ehemalige Zuchthündinnen“ aus einander gesetzt und Erfahrung im Umgang mit ihnen haben, geben alles, damit sie sich öffnen, die Streicheleinheiten genießen und das Leben in Freiheit lernen.

Sie können aber auch in unserer Rubrik „Erfahrungsberichte“ nachlesen, dass es nicht immer funktioniert und viele der wunderbaren Mädchen nie im wirklichen Leben ankommen. Gerade diese Hündinnen, bleiben bis an ihr Lebensende eine unvergessliche Begegnung, sie kennen gelernt zu haben ist eine Bereicherung.

Und es gibt sie auch, die kleinen Wunder. Von einem Wunder dürfen wir heute berichten.

Vor etwa gut einer Woche erreichte uns ein Anruf. Wir standen schon oft vor den Toren dieser Zuchtanlage und durften Hunde übernehmen. Auch nach diesem Anruf sollte es wieder so weit sein, zwei „Ehemalige“ sollten das Weihnachtsfest in „Rente“ verbringen.

Die Hündinnen wurden behutsam ins Auto getragen und in ihre Pflegestellen gebracht. Sie wurden auch abgegeben, weil die „Geschäfte“ nicht mehr so gut laufen. Das Geld wird immer knapper und das Klientel ist in großer Sorge, reicht das Geld für die Familie, habe ich morgen noch Arbeit? Da bleibt nicht mehr viel Spielraum für einen kostenintensiven Hund.

Die eine, eine braune Labrador-Hündin hat schon seit 2 Jahren keine Welpen mehr aufgenommen, dabei ist sie so schön und hätte sicher tolle Welpen hervorgebracht.

Wir sagen, kluges Mädchen. Du hast deinen Job mit einer Frist von unglaublichen zwei Jahren gekündigt. Das Leben geht seinen eigenen, manchmal auch eigen willigen Weg.

Wenn auch nur der kleinste Verdacht bestanden hätte, sie wäre heute nicht glücklich frei. Sie verbarg ihre wertvollstes Hab und Gut, ihre Aussteuer für die Freiheit. Vielleicht sind es vier, vielleicht sind es fünf 5 Welpen oder auch mehr? Auch da wird sie uns bestimmt überraschen wollen.
Die Hündin wird ihre Welpen in Liebe Ruhe Sicher- und Geborgenheit zur Welt bringen. Wir haben sie in Liebe angenommen und ihre wertvolle verborgene Fracht ebenso.

Wir dürfen die kleine Familie behutsam betreuen und immer dafür sorgen, dass sie es warm haben, die Milchbar immer offen sein kann, weil die Mama gute Nahrung Vitamine uvm. bekommt. Wir werden mit Freude den Welpen beim wachsen zuschauen dürfen und sie irgendwann nach Vollendung der 8. Lebenswoche an verantwortungsvolle Menschen vermitteln.

Ist die Geschichte ein Weihnachtswunder?
Ist das Geheimnis ein Weihnachtswunder?
Oder sorgt Malou, so heißt die Hündin, dafür, dass im neuen Jahr immer noch Weihnachten ist?

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