Leiku, zu alt für den Markt...


Im Februar 2007 hat eine Tierschutzorganisation 10 Hunde von einem Vermehrer, seine nicht verkaufte Ware, übernommen.
Darunter war der 10 Monate alte Rüde Leiku, der als sehr scheu und ängstlich beschrieben wurde.

Seine Angst bezug sich nicht nur auf Unbekanntes und Menschen, er hatte auch extreme Angst vor Artgenossen.
Leiku hat eine Woche gebraucht um sich in meine Hundegruppe einzufinden. Eine weitere Woche um sich im Haus einzuleben. Und Wochen um dem Grün im Garten zu trauen.
Wir haben Wochen gebraucht ihn langsam/schrittweise ans Geschirr und die Leine zugewöhnen. Und als er dann das ritualisierte Folgekommando beherrschte...
hat Rio im Mai, zusammen mit meinem Rüden, seinen ersten Spaziergang auf Wiesen und Feldern gemacht, ohne große Umweltreize.

Er hat sich fast 3 Wochen lang nur nachts im Haus erleichtert und anschl. seine Hinterlassenschaften gefressen. Auch zog er hier mit Sarcoptes ein. Viele Hot Spots und Kratzspuren zierten seinen Körper. Durch seine Allergie auf viele Nahrungsmittel war sein Bauch fast nackt und die Beine blutig gekratzt.
Er war wirklich ein Häufchen Elend.
Wir haben ihn behalten und seine Identität verändert, den Leiku gab es nicht mehr. Er heißt jetzt Rio Reiser, König von Deutschland, denn er hat sich königlich entwickelt.

Heute ist Rio ein Hund, der nur mit Ritualen lebt. "Sein Rudel" gibt ihm Sicherheit. Die Angst vor fremden Hunden ist noch da, aber er gerät nicht mehr in Panik.

Dieser Hund ist was besonderes. Aus dem eingefrorenen, speichelndem Häufchen Elend ist ein wunderschöner Rüde geworden, der mir bei den Fährtenkursen in meiner Hundeschule hilfreich zur Seite steht.


Rio Reiser - König der Fährten. Auch wenn er ab und zu noch seinen DAP Läppchen abends mit ins Körbchen nimmt.

 

copyright © 2009 by Cordula Harms