JOHANNA – 10 Jahre musste sie ausharren…

…bis auch sie ausrangiert wurde. Mit kaum Haaren auf den Rücken und Beinen, mit stark entzündeten Ohren und katastrophalen Zähnen kam sie im Sommer 2009 zu uns von einem Vermehrer in Belgien.
Sie muss sehr produktiv gewesen sein und ihr Rücken häng durch, wir können nur ahnen wie viele Welpen sie zur Welt gebracht hat. Aber, Johanna hatte längst nicht mit dem Leben abgeschlossen! Mit den anderen Hunden hier hat sie sich sofort verstanden, die Zuchtmuddis untereinander verstehen sich schon. Eine ängstliche Hündin war Johanna vom Anfang an nicht – Streicheleinheiten waren immer willkommen. Geschirr und Leine kannte sie natürlich nicht, aus einem Napf zu fressen auch nicht und noch heute frisst sie lieber vom Boden. Sie konnte sich anfangs nur auf einem harten Untergrund, sprich Beton, Terrasse lösen.


Johanna kurz nach ihrer Ankunft

Leider konnten wir sie wenig Zeit geben um sich einzugewöhnen, da unser Tierarzt eine zeitnahe Kastration empfahl. Die Operation war schwierig für unsere alte Dame und die Zeit danach auch. Sie hat sehr viel geschlafen und kaum gefressen aber immer wieder merkten wir, dass sie einfach nur Zeit brauchte.
Und dann wurde Johanna zum Junghund! Sie hat gestört, Möbel, Bücher, Kopfkissen, Golfschläger – wir wurden ordentlicher und Johanna blühte auf. Spaziergänge konnten nicht lang genug sein. Autofahren war auf einmal in Ordnung.
Im Sommer 2010 kam dann eine 9 jährige deutsche Labrador Zuchthündin von dem Verein „Ausrangiert und Abgeschoben“ zu uns und Johannas Glück war perfekt. Unzertrennlich gehen die Zwei durchs Leben – zwei alte Tanten, die abends zusammenkuscheln, die im Sommer sich in den Schatten zurückziehen, zwei , die sich einfach gern haben. Anfang 2013 hat sie einen Schlaganfall gelitten und sich gut erholt, fast blind und absolut taub und mit Labbihunger genießt sie ihren Ruhestand – und wir genießen jeden Tag mit ihr.



copyright © Stuart Anderson