Jascha kämpft um sein Leben.....

26.01.2013
Das Leid ist nicht mehr zu ertragen..... man fühlt sich so ohnmächtig...
Für Jascha brauchen wir alle verfügbaren Schutzengel! Ein ehemaliger "Zuchtrüde" ist gestern der Vermehrerhölle entkommen und kämpft um sein Leben.
Der schwer verletzte Rüde schaffte es mit unserer Hilfe in eine Tierklinik. Sein abgemagerter Körper ist mit Wunden übersät, er hat hohes Fieber und ist in einem erschreckend schlechten Allgemeinzustand. Eine faustgroße Geschwulst finden die Ärzte am linken Vorderlauf.
Wir hoffen, dass er die nächsten Tage überlebt. Auf jeden Fall soll er nicht als eine anonyme Nummer sterben - darum gaben wir ihm den Namen Jascha - der Lebende.
Für Jascha wird alles Erdenkliche getan - er ist wahrscheinlich das erste Mal nach langer Zeit wieder schmerzfrei. Wie die Diagnose auch lauten wird, wir erhoffen für Jascha noch eine kleine Weile, in der er einfach glücklich sein darf.
Lesen Sie hier, wie es mit Jascha weitergeht: Unfassbar und doch Realität.... Jascha steht für viele Hunde, die Qualen erleiden, "damit Geiz ist geil" Bestand hat. Jeder der sich einen "billig" Welpen holt, sollte sich die Geschichte von Jascha jeden Tag anschauen und sein Bild vor Augen halten.
Denn IHR seid es, die dazu beitragen, dass es Vermehrer gibt und die Elterntiere EURES geliebten Hundes vielleicht sogar eben solches Leid erfahren.
Hart? Unverschämt?
Sicher nicht so sehr, wie das Leid und die Qualen vieler "Vermehrerhunde"....

2. Tag
Ein weiterer Tag voller Hoffnung auf ein gutes Ergebnis ist vergangen.
Das Klinikteam ist sehr bemüht um Jascha.
Eine sichere Diagnose konnte wegen noch ausstehender Untersuchungsergebnisse bisher nicht gestellt werden.
Jascha beobachtet seine Umgebung mit klarem Blick und freut sich über jeden Besuch in seinem Krankenzimmer.
Ein wenig Futter wird mit einem wedeln angenommen. Morgen fahren fleißige BSiN-Helfer Jascha in eine andere Tierklinik.
Dort werden weitere Untersuchungen erfolgen.
Liebe BSiN-Freunde, bitte schicken Sie ganz besonders liebe Gedanken und ganze Scharen Schutzengel zu Jascha.
Er ist so ein sanfter, geduldiger und liebenswerter Kämpfer.
Einer von VIELEN, denen aus reiner Profitgier so viel Leid angetan wurde.
Die Untersuchungen und Behandlungen, aber auch der Klinikaufenthalt kosten eine Menge Geld. Dabei ist bis jetzt noch nicht sicher, ob Jascha überleben wird.

3. Tag
Jascha wird in eine andere Klinik verlegt.

4. Tag
Jascha ist gut angekommen und wurde heute gründlich untersucht.
Die guten Nachrichten zuerst: Jaschas Blutwerte sind im Normbereich und
im Ultraschall der Organe wurden keine Tumore oder Metastasen gefunden.
Jascha futtert inzwischen reichlich und gut.
Eine große Baustelle ist das Hautbild.
Großflächige nässende und eiternde Wunden bedecken den ausgemergelten Körper.
Nach Auskunft der Ärzte ein Zeichen für jahrelange extrem schlechte Haltungsbedingungen.
Jascha hat wahrscheinlich die meiste Zeit seines Lebens in Schmutz und Feuchtigkeit verbracht.
Er war mit Sicherheit allen Witterungsbedingungen schutzlos ausgeliefert.
Unzureichende und zu wenig Nahrung haben das Immunsystem so durcheinander gebracht,
dass Jascha mit diesen schlimmen und juckenden Hautveränderungen reagierte.
"Er wollte raus aus seiner Haut."
Morgen wird Jascha in leichter Sedierung geschoren, eine Hautärztin reinigt die Wunden.
Jascha wird in einem medizinischem Bad gewaschen und anschließend mit einer Wundsalbe versorgt.
Bevor die Wunden am Körper nicht verheilt sind, kann keine Entferung oder Behandlung der Geschwulst am Vorderlauf erfolgen.
Sowohl die Hautschäden, als auch der Tumor sind nicht in den letzten Wochen entstanden.
Jascha hätte schon seit Jahren ärztliche Hilfe benötigt.
Viel zu lange muss der arme Kerl schon diesen ganz schlimmen Juckreiz und arge Schmerzen ertragen.Dabei ist er immer ein freundlicher und den Menschen zugewandter Berner geblieben.
Auch in dieser Tierklinik erstaunt Jascha die Menschen. Fassunglos waren Tierärzte und Helfer, als sie den zärtlichen und schwerstkranken Burschen kennenlernten.
Morgen berichten wir weiter und lassen Sie an Untersuchungsergebnissen und Behandlungen teilhaben. Bis dahin schicken Sie bitte alle, alle Schutzengel Richtung Jascha.
Lieber Jascha, Du berührst so unendlich viele Herzen - wir möchten Dir so gerne zeigen, wie schön die Welt sein kann.

5. Tag
Um Jascha Schmerzen und Ängste zu ersparen, wurde die erste Behandlung unter Narkose durchgeführt.
Der Bub wurde komplett geschoren. Die Körperfalten mussten dringend und sehr intensiv gereinigt und behandelt werden.
Nun kommt Luft an die Haut und die vielen Läsionen, mit denen der gesamte Körper bedeckt ist.
Aufgekratzte Wunden und Ekzeme werden 3 x am Tag durch die Klinikmitarbeiter versorgt.
Die Pflege von Jascha kann wirklich als „Intensiv-Pflege“ bezeichnet werden.
Damit Jascha nicht frieren muss, hat er inzwischen ein Mäntelchen bekommen.
Jascha scheint sich heute wohler zu fühlen, er hat gestern mit seinem Fell viel Ballast der letzten Jahre abgeworfen.
Der große Schatz futtert mit großem Appetit und begrüßt freudig die guten Seelen der Tierklinik.

Jascha – die Diagnose
Jascha wird nun seit 6 Tagen tierärztlich untersucht und behandelt, viele Laborbefunde und Röntgenbilder liegen uns inzwischen vor.
5 Tierärzte und Spezialisten haben ihre Diagnosen gestellt, miteinander gesprochen und zusammen beraten, uns heute nun informiert:
Die starke Entzündung der Haut ist ungewöhnlich und bisher noch nicht 100%ig nachgewiesen,
dafür ist die Meinung zu der Wucherung von allen Spezialisten gleich, wurde das Röntgenbild von allen gleich gesehen.

Ein bösartiger Tumor hat das linke Vorderbein derart zerstört und geschädigt, der Knochen ist als solcher nicht mehr zu erkennen.
Knapp über dem Ellbogen beginnt die tumoröse Veränderung und sie hat sich wohl über Monate oder Jahre ausgebreitet.
Der Tumor kann wegen seiner Größe nicht mehr bestrahlt werden.
Die Ärzte raten dringend zur Amputation des Vorderbeines, sehen nur danach noch eine Chance für Jascha.
WAS das nun genau für Jascha bedeutet, wie seine Chancen nach der OP sind und wohin er danach könnte, all das sind Fragen und Gedanken,
die hier sehr nachdenklich machen und traurig stimmen, uns seit Tagen beschäftigen.
Schon kurz nach der Ankunft in der 1. Klinik und nach den ersten Untersuchungen gab es diesen Verdacht,
aber niemand konnte und wollte diese schreckliche Diagnose glauben. Nun ist es leider Gewissheit.
Sobald sich die Entzündung in der Haut verbessert hat, könnte operiert werden.
Die guten Blutwerte, der stabile Kreislauf, die unauffälligen und 'freien' Organe,
der gesunde Appetit und das freundliche Wesen, Jaschas Lebenswille ....all diese 'Gründe' und ein erfahrenes Ärzteteam sprechen für diese große Entscheidung.
Eine große und schwere Entscheidung, die aber nur dann getroffen werden kann,
wenn wir auch ganz sicher einen Pflegeplatz für Jascha finden.

Einen Platz für eine sehr lange Zeit, einen Platz mit intensiver Pflege und sicherlich vielen Tierarztbesuchen.
Finden wir diesen Platz nicht, diese Familie nicht, so kann Jascha nicht operiert werden .......
Jascha ist so stark und er will leben.

Hier nun ein kleiner Bericht vom heutigen Besuch in der Tierklinik.
Jascha freute sich wie doll und verrückt, als er seine Besucherin erkannte.
Bäuchlein krabbeln, Ohren kraulen, möglichst sollte alles gleichzeitig geschehen.
Jascha wirkt wie neu geboren, die Wunden heilen und das Hautbild hat sich deutlich verbessert.
Jascha hat sich seit seiner ersten Behandlung so positiv entwickelt – er ist einfach Lebensfreude pur.
Für Jascha suchen wir nun dringend nach einer Pflegestelle, die sich des fröhlichen Buben nach der Amputation annimmt.
Absolut wichtig wäre
ein ebenerdiges Pflege-Zuhause mit ebenem Garten
mit rutschfestem Bodenbelag
in einem ruhigen Haushalt
ohne unkastrierte eigene Hunde, gern aber zu einem kastrierten Zweithund
mit viel Zeit für Pflege und Arztbesuche
in erreichbarer Nähe eine gute Tierklinik für die anschließende Chemo-Therapie
wo Jascha in der ersten Zeit nie allein ist
und sehr wichtig: bei Menschen mit ganz viel Liebe im Herzen - für diesen so besonderen Schatz!

Finden wir diese Pflegestelle für Jascha? Ich bin ganz sicher!

Jascha geht es guuut!
So ist der Bub in seinem Leben sicher noch nie eingeschlafen - und er hat es so sehr genossen!

Jascha hat eine Pflegestelle gefunden.
Eine Pflegestelle für Jascha zu finden, beherrschte tagelang unsere Gedanken. Viele räumliche und menschliche Bedingungen sind zu erfüllen.
Die Ärzte baten außerdem darum, dass die weitere medizinische Betreuung in ihren Händen bleibt.
Jascha sollte nach der Amputation nicht noch einmal über viele Kilometer transportiert werden.
Mit höchster Wahrscheinlichkeit muss nach der Operation eine Chemotherapie erfolgen,
die wir vertrauensvoll in die Hände der zur Zeit behandelnden Ärzte legen möchten.
Es gibt eine BSiN - Pflegestelle, die diese Bedingungen erfüllt, die nun für die nächsten zwei Monate alle privaten Termine auf Eis gelegt hat und rund um die Uhr für Jascha da ist.
Erfahrungen mit an Krebs erkrankten Hunden und Nebenwirkungen einer Chemotherapie sind vorhanden.
Ich weiß gar nicht, mit welchen Worten ich DANKE sagen soll. Mir fehlen sie einfach...
Ihr übernehmt eine schwere und schöne Aufgabe, ich weiß, Jascha wird bei Euch den Himmel auf Erden erleben.
Bei Euch wird Jascha nach seiner schweren Operation, verwöhnt und geliebt - beides kennt der Bub aus seinem vorherigen Leben nicht.
Dank Eurer Hilfe ist es jetzt möglich Jascha operieren zu lassen.
Die Wunden am Körper sind verheilt, es spricht also nichts mehr gegen die Amputation des kranken Vorderlauf. Der Termin zur Amputation ist morgen Früh.

Lieber Jascha, ich weiß, morgen werden sehr viele Menschen nur an Dich denken, Dir den ganzen Tag über liebe Gedanken und Scharen an Schutzengeln schicken. Du bist etwas ganz Besonderes, Du schaffst das – wir sind an Deiner Seite!

Ein ganz herzliches und großes DANKE an all die lieben Menschen, die mit überlegt haben, ob sie Jascha ein Pflegekörbchen anbieten können.

30.01.2013
Wir sind sehr traurig...
Ein ganz wunderbares Hundeherz hat aufgehört zu schlagen.
Der riesengroße, sichtbare Tumor hat das Bein und den Schulterknochen befallen und zerstört,
war aber auch schon weiter nach innen vorgedrungen.
Aufgrund der Nähe zum Herzen konnte der Tumor nicht komplett entfernt werden, der Kreislauf hat hier versagt, Jascha ist nicht mehr aufgewacht.
Jascha muss schon sehr lange unvorstellbare Schmerzen gehabt haben, die eitrige Hautentzündung und dazu dieser bösartige Tumor. Nur wenige Tage durfte Jascha Wärme, Pflege und Liebe erfahren und wir alle hätten ihm doch noch so viel mehr gewünscht.
Mir fehlen die Worte hier zu schreiben was ich gerade für diesen Hund vom ersten Augenblick an empfunden habe und im Augenblick fühle.
Lieber Jascha, deine Geschichte sollen alle lesen, von deinem Leid und deinen Schmerzen erfahren. Ich habe dir versprochen auch nach deinen Artgenossen zu schauen, zu helfen und von euch weiterhin zu berichten.
Von diesem unvorstellbaren Leid der "Zuchthunde" soll die ganze Welt erfahren.
Jascha ist einer von vielen, die viel zu lange in dieser Hölle leben mussten.

Von Herzen möchten wir uns beim Team der Tierklinik Asterlagen bedanken,
in dem Jascha mehr Liebe und Zuwendung erfahren hat, als in seinem bisherigen Leben.

Geschrieben von BSIN e.V.