Ella, die Hupfbiene


Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust,wird es dir sein, als lachten alle Sterne.
Weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache.
Du alleine wirst Sterne haben, die lachen können.
(Antoine de Saint Exupery)

Ella genannt auch Hupfbiene kam mit geschätzten 8 Jahren zu uns in diePflegestelle. Sie war in einem sehr schlechten Zustand, sie war sehr zerbrechlich, stark unterernährt aber trotz allem unheimlich fröhlich und quirlig.

Sie wog knapp 17 kg, für eine Golden-Hündin unvorstellbar. Wir mussten sie aufpäppeln, gaben ihr spezielles Aufbaufutter, welches sie die erstenTage auch genüsslich nahm, aber nach knapp einer Woche die Futteraufnahme verweigerte. Nach der Diagnose unserer Tierärztin kam für uns das Grauen, Ella hatte Niereninsuffizienz, ihre Niere arbeitete fast nicht mehr, zurückzuführen auf mehrere nicht behandelter Blasen-und Nierenbeckenentzündungen.

Ella wurde über viele Jahre als Gebärmaschine missbraucht, lebte in ganz schlechten Verhältnissen, die Unterbringung war ein Verschlag im Freien. Somit waren Kälte, Nässe und keine tierärztliche Versorgung ihrTodesurteil. Nach der Diagnose unserer Tierärztin wussten wir, dass unser Hupfbiene Ella nicht mehr lange zu leben hatte, wir konnten ihr medikamentös nicht mehr helfen.

Da sie sehr spielfreudig war, gerne durch die Wiesen hüpfte und uns ganz stark ihre Lebensfreude und Willen zeigte, wollten wir ihr die restliche Zeit so schön wie nur möglich machen.

Nachdem sie das Futter vollständig verweigerte, haben wir sie zwangsernährt. Durch spezielles Nierenfutter, dass wir durchmahlen ließen, haben wir sie mit Spritzen, stündlich direkt ins Mäulchen,ernährt. Nach etwa 5 Wochen machten wir eine erneute Blutuntersuchung und die Werte hatten sich etwas verbessert. Wir hatten Hoffnung, vielleicht würde sich die kleine Hupfbiene doch erholen.

Ella war eine kleine Kämpferin, spielte unheimlich gerne Ball und klaute unserem großen Labibuben trotz ihrer Körperschwäche die Bälle, kugelte sich drauf und freute sich ihres Lebens.

15 Wochen konnte Ella-Hupfbiene das Leben in Freiheit genießen, doch zu sehr war der körperliche Zerfall. Als sie sich weigerte unsere Essenspritzen aufzunehmen und sie sich in unserem Garten zurückzog,wussten wir, nun ist der Zeitpunkt gekommen. Ella wollte keine Schmerzen mehr haben, sie konnte nicht mehr, sie hatte sich aufgemacht ins Land hinter dem Horizont.

copyright © 2009 by Diana Sandmaier