Bobby - eine ehemalige Zuchthündin


Im Januar 2006 haben Heike und ich uns entschlossen, wir möchten einem Tierschutz Retriever ein neues Zuhause geben. Gesagt getan, haben wir uns bei einem sogenannten Tierschutzverein um einen Hund beworben und das Glück gehabt, ja wir bekommen den Labbi, für den wir uns beworben haben. Marit zog ein und hat mit Sicherheit die schönsten 1 ½ Jahre Ihres Leben bei uns verbringen dürfen. Wir finden die Zeit zwar leider für uns und Marit zu kurz, aber wir haben Sie genossen und sehr viel von Marit gelernt. Wir sind Marit heute noch dankbar für diese unvergessliche Zeit.


Muckemaus, wir werden dich nie vergessen...

Da Marit eine riesige Lücke hinterlassen hatte, haben wir uns entschlossen, einer weiteren Zuchthündin ein neues Zuhause zu ermöglichen. Da war sie, Bobby. Das Profil und das Tagebuch haben uns neugierig gemacht, somit erfolgte die Bewerbung und im Oktober 2007 der Einzug von Bobby.
Bobby war die Herausforderung unsers Lebens. Nach erfolgtem Einzug zeigte sich Bobby als sehr ängstlich, vorsichtig und scheu. OK dachten wir, das wird sich in einigen Tagen sicherlich legen, lassen wir die Maus erst einmal ankommen. Falsch, denn es kam ganz anders. Bobby legte Ihre Ängste und Panik erst einmal nicht ab. Wir haben uns gefragt, was hat dieser Hund in den letzen Jahren ertragen bzw. erlebt? Wie grausam haben Menschen diese arme Maus behandelt? Für uns nicht zu verstehen. Aber für uns stand fest, diesem Hund zeigen wir das wahre Leben. Mehrmals täglich habe ich Bobby in den Garten tragen müssen, damit sie überhaupt mal nach draußen geht, denn Türschwellen übertreten, das war einfach unmöglich. Wochen haben wir gebraucht, aber der Erfolg kam in ganz kleinen Schritten. Dank unserer beiden Labbi´s Sam & Chila siegte zeitweise die Neugierde und Bobby lernte, sich Ihren Artgenossen anzuschließen. Mit ganz kleinen Schritten lernte Bobby die Türschwelle in den Garten zu überwinden, aber nur so lange, wie sich in Ihrem Blickfeld nichts verändert hat.
Oh ja, es kam noch schlimmer. Der tägliche Ablauf in einem Haushalt, die Hand heben in der Nähe von Bobby bereitete der Maus Panik. Wir mussten alles umstellen. Unsere Bewegungen, Handlungen, selbst mal eben was aus dem Schrank nehmen, machten Bobby Angst. Sorry, aber was haben diese Schweine die sich Menschen schimpfen der Seele von Bobby angetan? Jetzt wissen wir warum. Denn immer wenn Zuchthunde, wenn überhaupt was zu fressen bekamen, dann haben diese sogenannten Vermehrer mit der Hand den Hund in die äußerste Ecke zurück getrieben. Dies hinterlässt einen bleibenden Schaden bei den Hunden, denn die Hand wird als Bedrohung angesehen. Auch Bobby wurde missbraucht um diesen Menschen nur eins zu geben, nämlich Welpen, die für gutes Geld verkauft werden konnten. Profitgier, die einen Menschen mit normalem Verstand einfach nur ankotzen sollte. Den Zyklus eines Hundes zu respektieren kennen diese Menschen nicht, es werden Hormone gespritzt damit eine Hündin so schnell als möglich wieder gedeckt werden kann. Also Massenproduktion auf Biegen und Brechen. Diese Welpen, sicher auch von Bobby, werden anschließend mit nicht einmal 6 Wochen auf dem Markt angeboten und von besten Muttertieren angepriesen. Lächerlich, denn diese Muttertiere fristen Ihr da sein in dunklen Löchern, teilweise 1 x 1 x 1 Meter ohne Tageslicht, ohne tierärztliche Versorgung ohne regelmäßige Nahrung.

Oh ja, Bobby ist auch so eine geschundene Seele.

Spazieren gehen, normale Gassirunden, Urlaub fahren? Oh nein, alles war in weite Ferne gerückt. Und warum ? Weil unwissende nicht aufgeklärte Menschen sich einen Billigwelpen genau von solchen Muttertieren anschaffen wie es unsere Bobby war. Uns war es egal. Wir wollten diesen Weg gehen und es war der richtige Weg. Bobby ist heute in unserem Leben angekommen, wird aber gewisse Ängste wie z.B. neue Umgebung, plötzliche nicht definierbare Geräusche oder fremden Gegenüber immer wieder in Ihr altes Schema zurück fallen. Wir haben gelernt damit umzugehen und sind glücklich und stolz, denn Bobby darf endlich ein Leben wir es Ihr zusteht genießen.
Bitte liebe Leser, überlegt Euch ganz genau, wo Ihr euren Welpen kauft. Auch wenn es verlockend und günstig ist, lasst die Finger weg von Billigwelpen, spart etwas länger und schaut Euch bei anerkannten Züchtern um. Ihr werdet es nicht bereuen.


Angst, was passiert jetzt ?

Typische Haltung, Vorderläufe über kreuz


Trotz abgeriegeltem Garten, Halsband, Geschirr und Laufleine an


Bobbymaus heute, die Augen haben die Angst etwas verloren


06.11.2012

"Festhalten was man nicht halten kann, begreifen wollen
was unbegreiflich ist, im Herzen tragen was ewig ist."
(Verfasser unbekannt)

 

Unsere über alles geliebte Bobby hat es nicht geschafft. Am 02.11.2012 mussten wir Bobby leider über die Regenbogenbrücke laufen lassen, Die Gesäugetumore ( Krebs ) waren inzwischen so dick, das Sie zu platzen drohten und an verschiedenen Stellen schon Gewebe ausgetreten war. Wir sind so unendlich traurig und traumatisiert. 5 Jahre konnten wir der Maus in Freiheit schenken und Ihr all unsere Liebe schenken, doch den Kampf gegen den Krebs durch die schlechte Haltung vor unserer Zeit haben wir leider verloren.


copyright © 2012 by Ralf Noack