Ben *05.01.2005 - † 18.03.2017

Wir wollen nicht Trauern, dass wir ihn verloren haben,
sondern dankbar sein dass er mit uns gelebt hat.


Ben war 9 Monate alt als er zu uns kam. Michael, unser erwachsene Sohn fand ihn auf der Strasse.

Also kam er erstmal zu uns und wir meldeten es der Gemeinde. Allerdings wollte die Gemeinde ihn für eine Nacht vorübergehend in einem Zwinger am Klärwerk unterbringen. Dies lehnten wir entsetzt ab und baten an ihn so lange in Pflege bei uns zu behalten, bis seine Familie gefunden wurde. Wir machten uns auf dem Weg um nach ihnen zu suchen, die wir dann auch fanden. Allerdings schockierte uns die Reaktion der Familie,denn sie zeigten Desinteresse an ihn. Also blieb er erstmal bei uns,bis wir ein neues Zuhause für ihn fanden, denn wir waren der Meinung,wer so mit seinem Hund umgeht, sollte ihn auch nicht wieder bekommen bzw. nie wieder einen Hund besitzen. Die Familie händigte lediglich eine Flexi-Leine aus, die gleich in den Müll wanderte. Was anderes wie ein Hundenapf oder Decke bzw. Hundekudde kannte er wohl nicht. Er kannte ja nur Pfützen, aus dem er sein Wasser trank, wenn er Durst hatte. Zu Fressen bekam er auch nicht regelmäßig, wenn dann haben die Hilfsarbeiter seiner alten Familie, von ihrem eigenen Geld ihm ab und an was zum Fressen gekauft. Einen Impfpass besaß er auch nicht, denn seine Familie war der Ansicht, dass Impfungen überflüssig seien und nur Geld kostet, genauso wie das Chippen. Im nach hinein erfuhren wir dann wie er gehalten wurde und wir waren froh, das wir ihn aufgenommen haben. Wer weiß was sonst noch passiert wäre! Laut Aussage der Nachbarn wurde das Veterinäramt über die Haltung und Zustände informiert. Sie kamen zwar, aber unternahmen rein gar nichts. Denn laut Veterinäramt bekäme er Fressen, Trinken und einen Schlafplatz. Sein Schlafplatz allerdings bestand aus einem Loch im Garten, den er selber gebuddelt hatte. Dabei war er sich selbst überlassen und wurde zwischen zwei Bäumen mit einem Draht fest gebunden. Das er ständig weglief war offensichtlich, denn dazu hatte er keine Lust. Als er 5 Mon. alt war wurde er von einem Auto erfasst und am linken Bein verletzt. Es waren die Nachbarn, die ihn Tierärztlich versorgen lassen haben und nicht seine Familie. Sie kommentierten, dass ihm nichts fehlen würde und sie kein Geld für eine belanglose Untersuchung verschwenden.
Wir waren entsetzt und wütend, vor allem weil das Veterinäramt nichts unternahm.
Eigentlich hatten wir vor, für Ben ein geeignetes Zuhause zu finden. Es kam aber anders, denn er hat sich in unser Herz eingeschlichen und wir konnten ihn nicht mehr hergeben. Er durfte für immer bleiben und ist nun ein Familienmitglied, worüber wir sehr Glücklich sind. Leider hatten wir viel sehr viel Arbeit mit ihm, denn er hatte null Gehorsam, wie denn auch. Es hatte sich ja sonst niemand um ihn gekümmert bzw. gearbeitet.
Ben war anderen Rüden gegenüber sehr Dominant und Erziehung kannte ich nur in Form von Schlägen. Zum ersten Mal kümmerte sich jemand um ihn, bekommt regelmäßiges Fressen in seinem eigenen Fressnapf, hat eine bequeme Hundekudde und wird sogar tierärztlich versorgt.
Mittlerweileist Ben geimpft, gechipt und musste aufgrund seiner Hormonschwankungen Kastriert werden. Nach der Kastration ist er sogar ruhiger geworden und verträgt sich mittlerweile mit anderen Rüden. Sein Gewicht hat sich auch wieder stabilisiert, das er jetzt wieder sein normales Gewicht hat.
Heute ist er ein ausgeglichener, gut sozialisierter Rüde, der uns viel Freude bereitet.
Da unsere Familie im Tierschutz aktiv ist, kommen hin und wieder Pflegehunde zu uns ins Haus, wobei er uns unterstützt und wir unsimmer auf ihn verlassen können.
Ben spielt leidenschaftlich mit dem Ball und läuft gerne neben dem Fahrrad. Da er ein feinfühliger und ruhiger Rüde ist, begleitet Ben mich ab und an ins Altenheim wo ich arbeite und besuche dort bettlägerige Bewohner. Ben kann sich auf die Menschen dort einstellen und ihn stören die unterschiedlichsten Geräusche oder Gerüche nicht.
Im Gegenteil, er bekommt ganz viele Streicheleinheiten und Leckelis.
Leider hat Ben auch ein Defizit, das von seinem alten Autounfall herrührt. Er hat ganz große Angst im Auto zu fahren, deshalb bildet er extremenSpeichel und übergibt sich jedes Mal.
Da das Autofahren ihm so viel Stress bereitet vermeiden wir lange Autostrecken. Wenn wir dann doch mit dem Auto fahren z.B. in Urlaub, bekommt er ein leichtes Beruhigungsmedikament.
Egal, ob er anstrengend oder ein Jäger ist. Er ist halt ein sehr agiler Bub, den ich nicht missen möchte.

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