Angel, unser Engelchen

Angel kam im Alter von sieben Monaten zu uns. Für uns war sie geradezu ein Geschenk des Himmels, daher wohl auch ihre Name, den sie von einer verständnisvollen Hundetrainerin bekommen hat. Sie kommt, wie so viele Welpen, von einem dubiosen Züchter, dem es herzlich egal ist, wohin er seine Welpen vermittelt, Hauptsache die Kasse stimmt.

Angel wurde in eine Familie vermittelt, in der sowohl Kinder als auch ein anderer, schon älterer Hund, vorhanden war. Nach Meinung der Familie sollte jetzt der ältere Hund die Erziehung von Angel, damals "Trixi", vormals "Lilly", übernehmen. Das gelang natürlich nicht besonders gut und Angel hat das gemacht, was Welpen gerne machen, wenn ihnen langweilig ist: Sie hat nach und nach angefangen, alles mögliche kaputt zu machen und wurde mit Schlägen bestraft.

Da man sich mit der Zeit nicht mehr wirklich zu helfen wusste und die Schläge offensichtlich auch nicht halfen, wurde Angel dann in den Keller gesperrt.

Dem Himmel sei Dank, dass die Nachbarin der Familie nicht die Augen zu gemacht sondern eine Hundetrainerin um Hilfe gebeten hat. Als die Situation nämlich zu eskalieren drohte ("Entweder holt den Hund jetzt jemand ab, oder ich erschlage ihn und begrabe ihn im Wald") wurde Angel umgehend von der Hundetrainerin von dort weggeholt.

Die ersten Wochen war sie eine recht schüchterne und zurückhaltende Hündin, regelrecht in sich gekehrt. Bei der Spielstunde im Junghundekurs saß sie abseits. Sie traute sich einfach nicht mehr, mitzumachen und zu toben.

Nach einigen Wochen begann ihr eigentliches Wesen hervorzublitzen: Ich bin's, die Angel, die Welt ist schön und was kostet sie heute? Es war wunderbar, das mit anzusehen und zu erleben, wie sie ein aufgeweckter Junghund wurde und alles nachgeholt hat, was sie bis dahin vermissen musste.

Auch bei uns hat sie noch das eine oder andere zerlegt. Von der Klopapierrolle über Schuhe oder technisches Gerät war alles dabei. Aber das hat sich recht rasch gelegt.

Heute ist sie ein selbstbewusstes Retriever-Mädchen. Verspielt, verschmust und noch mehr verfressen und eine ideale Wegbegleiterin für unsere ängstliche Minou. Aber auch sie hat gesundheitliche Handicaps wie verschiedene Allergien, eine nicht sehr belastbare Hüfte und ein nicht ganz intaktes Herz.
Der besagte "Züchter" ist inzwischen auf eine andere Rasse umgestiegen. Nach unserer Internetrecherche züchtet er momentan Rhodesian Ridgebacks

copyright © 2009 by Iris Hahnrath